Der Weg zum Überflieger

Jedes Jahr aufs Neue werden einige Schüler im Rathaus vom Bürgermeister wegen ihrer erfreulichen akademischen Leistungen geehrt. Diese Schüler haben das Sensationelle erreicht – ein 1,0-Abitur. Einige Abiturienten sammeln sogar beeindruckende 900 von 900 Punkten. Doch was haben diese Schüler anders gemacht als die breite Schülermasse?

In erster Linie wendeten diese Überflieger die idealen und effizientesten Lernmethoden an. Jedoch variieren diese von Person zu Person, da jeder Mensch auf seine individuelle Art lernt. Der Biochemiker Frederic Vester identifizierte in einer Studie vier verschiedene Lerntypen – der visuelle, der auditive, der haptische und der kognitive Lerntyp. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Visuelle Typen bevorzugen das Lernen durch Sehen, während der auditive Lerntyp durch Sprechen und Hören effektiver Informationen aufnehmen und verarbeiten kann. Menschen, die der haptischen Lernkategorie angehören, favorisieren das Lernen durch Fühlen und Anfassen. Der vierte Lerntyp, der kognitive, eignet sich neues Wissen am besten durch Lesen und Schreiben an. Wer seinen Lerntyp herausfinden möchte, der kann im Internet verschiedene Tests durchführen, beispielsweise auf der Webseite der Schülerhilfe.

Es gibt aber auch andere Gründe für herausragende Noten. So sind die Hausaufgaben wichtig, denn sie bieten den Schülern die Möglichkeit, das Gelernte anzuwenden. Außerdem werden die Hausaufgaben häufig in der nächsten Unterrichtsstunde besprochen, was natürlich den Vorteil hat, dass man seine Ergebnisse vorstellen und somit auch die mündliche Note verbessern kann. Die Mitarbeitsnote hängt jedoch auch stark von der Lehrkraft ab. Daher sollte man sich direkt gegen Anfang des Schuljahres aktiv am Unterrichtsgeschehen beteiligen. Das Sprichwort „Der erste Eindruck zählt“ trifft hier vollkommen zu. Des Weiteren kann es sich für die restliche Schulzeit als besonders hilfreich erweisen, wenn man die genauen Bewertungskriterien der Lehrkraft kennt und sich an diesen orientiert.

Zwei Drittel der 900 möglichen Abiturpunkte können die Schüler bereits in den zwei Jahren der Qualifikationsphase sammeln – es lohnt sich also, früh zu punkten. Deshalb sollte der Fokus beim Abitur primär auf der Q-Phase liegen. Auch die Wahl der Leistungskurse ist ausschlaggebend. Die 1,0-er-Abiturientin Laura Hooymann, eine bekannte Youtuberin, erklärte dazu folgendes: „Man sollte ganz einfach Leistungskurse wählen, die einem auch wirklich liegen und nicht etwa, weil sie besonders angesehen oder schwer sind.“ Selbst bei der Hochschulzulassung hätten die Universitäten nicht auf ihre Fächerkombination geachtet, sondern hauptsächlich auf ihren Notendurchschnitt.

Am wichtigsten ist jedoch eins: die Eigenmotivation. Wer selbst nicht gewillt ist, mehr Arbeit, Zeit und Mühe in die Schule zu investieren, dem helfen auch keine Tipps der Überflieger. Für ein Spitzenabitur sollte man sich hohe Ziele setzen und nicht aufgeben, nur weil es schwer wird. Aussagen wie „Dieses Fach liegt mir nicht“ sind hierbei besonders irreführend und schädlich. Durch eine solche negative Mentalität nimmt man sich bereits früh die Möglichkeit, sich Wissen anzueignen und an seine eigenen Grenzen zu kommen. Disziplin, Lernbereitschaft, Zeitmanagement und Verantwortungsbewusstsein ebnen den Weg zu einem 1,0-Abitur. Das hebt die Spitzenschüler nicht nur von der breiten Masse ab, sondern öffnet ihnen auch die Tür in eine spannende berufliche Zukunft.

Schülersprecher – Wie in den Highschoolteenie-Filmen?

Mit schicker Collegejacke, einem Football unter dem Arm und einer Basecap des Schulteams auf dem Kopf (natürlich verkehrt herum), schreitet er über den Schulflur. Im Schlepptau seine zwei Kumpel, sie wirken wie Bodyguards. Dabei hat er sie nicht einmal nötig, er ist durchaus gut gebaut. Sie ernten die Blicke der Umstehenden. Doch auch die braucht er nicht, er ist mit der hübschesten Cheerleaderin zusammen. Später wird er das Basketballfinale in der Schule anmoderieren, jeder wird ihm zujubeln. So ungefähr ist das Bild eines jeden Schulsprechers in den typischen Highschool-Teeniedramen. Doch wie realitätsnah ist dieses?

 

Da an unserer Schule (ja, keine amerikanische Highschool mit Footballteam, aber trotzdem) am letzten Tag vor den Herbstferien in der Schülerbeiratssitzung, also da wo eure Klassen- und Kurssprecher antanzen durften, die neuen Schülersprecher gewählt wurden, wollen wir einen Blick hinter die Tätigkeiten unser Schülervertretung werfen.

Da wir, die Autoren, Teil des Schülersprecherteams sind, gibt es hier zusätzlich erste Erfahrungswerte und ein paar spannende Eindrücke – Spoiler: wir werfen leider nicht nur mit einem Football durch die Gegend.

Bevor wir mit dem Amt des Schülersprechers anfangen, wollen wir zunächst auf die ebenfalls neu besetzte Positionen der Schulkonferenzdelegierten eingehen.

Diese Delegierten wohnen der sogenannten Schulkonferenz bei, welche das höchste Gremium der Schule ist. Dementsprechend eine wirklich wichtige Position um ernsthafte Mitsprache zu haben. Gemäß der aktuellen Bestimmungen setzt sich die Schulkonferenz aus jeweils sechs Vertretern der Lehrerschaft, der Elternschaft, sowie der Schülerschaft zusammen, die gemeinsam mit der Schulleitung, ebenfalls Teil des Gremiums, über wichtige Entscheidungen beratschlagen, diese genehmigen oder ablehnen. Änderungen der Schulordnung, aber auch Anträge auf Finanzierung von Anschaffungen aus dem Schulhaushalt, fallen dabei in den Zuständigkeitsbereich ebendieser Konferenz. Als Mitglied erhält man während der Treffen zudem Auskunft über die aktuellen Ereignisse in der Schule sowie den Haushalt der Schule. Die Treffen werden dabei vierteljährlich abgehalten. Das klingt erstmal recht trocken, ist es bei einigen Sitzungen zugegebenermaßen auch, aber die Funktion der Schulkonferenzdelegierten ist für uns Schüler dennoch von großer Bedeutung. So hat die Schulkonferenz beispielsweise die oberste Entscheidungsgewalt, falls ein erneuter Antrag auf Änderung der Handyordnung, der zur Zeit in einer Arbeitsgruppe formuliert werden soll, eingereicht werden sollte.

Wichtig ist außerdem, dass die einzelnen Statusgruppen der Schulkonferenz Entscheidungen auch aus den Fachkonferenzen zunächst abblocken können, indem mindestens eine Statusgruppe geschlossen von einer Art Veto-Recht Gebrauch macht.

Hier seht ihr die Liste der diesjährigen Schulkonferenzvertretern aus der Schülerschaft:

  • Levin Janos Meyer
  • Philipp Olde Kalter
  • Erik Wolters
  • Jannik Kartscher
  • Greta Domeyer
  • Otto Rademacher

Da diese euch alle vertreten, ist es immer von Vorteil, wenn ihr Anliegen oder Antragsentwürfe beziehungsweise Ideen an die Delegierten weiterleitet.

Nun aber, wie versprochen, zu den Schülersprechern

Im Grunde sind diese die Vorsitzenden des Schülerbeirats des Gymnasiums Horn. Dementsprechend beschränken sich die direkten Verpflichtungen lediglich auf jene, welche in der neuen Geschäftsordnung (im Ordner „Schülerschaft“ einsehbar) geschrieben sind.

Gemäß dieser war es dieses Jahr übrigens möglich, mit bis zu sechs Personen den Vorstand zu bilden. Dies wurde genutzt, nicht nur weil wir mittlerweile über 1400 zu vertretende Schüler sind, sondern weil die eigentlichen Aufgaben der Schülersprecher (selbst gesteckte Ziele) eine größere Anzahl an Personen bedarf.

Denn den Schülersprechern kommt die Aufgabe zu, die Interessen der Schülerschaft zu vertreten. Sie stehen in engem Austausch mit der Schulleitung und versuchen auf diesem Wege einige Probleme, mit denen sich die Schülerschaft konfrontiert sieht, zu lösen.

Die jetzige Vertretung kümmert sich so zum Beispiel um:

  • DIE DIGITALISIERUNG AN UNSERER SCHULE
  • DIE VERSTÄRKUNG DES POLITIKUNTERRICHTS
  • AUßERSCHULISCHE SPORTANGEBOTE
  • KOSTENLOSE MENSTRUATIONSPRODUKTE IN DEN SCHULTOILETTEN
  • MÜLLTRENNUNG IN DEN KLASSENRÄUMEN
  • NUTZUNG DER UNTIS-TOOLS
  • MENTAL-HEALTH-WORKSHOPS
  • ANGEBOTE AN AG’S AUSBAUEN

Es ist klar, dass dies längst nicht alle Probleme an unserer Schule darstellt. Deshalb ist es wichtig, dass diese auch kommuniziert werden. Für die Arbeit der Schülervertretung ist es aus diesem Grund  essentiell, dass ein reger Austausch mit der Schülerschaft stattfindet. Anliegen, die die Schule aber auch den Unterricht betreffen und den Aufgabenbereich der Klassensprecher überschreiten, sollten deshalb unbedingt an die Schülersprecher weitergetragen werden. Nur auf diese Weise ist es möglich, gemeinsam den besten Kurs für die Schüler unserer Schule zu finden. Ihr erreicht die Schülersprecher daher immer über itslearning. Auch sind Gespräche im SV-Raum (Glasraum vor der Mensa) oder schriftliche Anliegen über einen Briefkasten, der vor dem SV-Raum installiert wird, möglich. Wichtig ist: Je mehr Stimmen es gibt, desto besser ist abzuschätzen, wo Veränderungen benötigt werden.

Und nun der Erfahrungsbericht:

Bislang sind wir wahrscheinlich einfach zu sehr mit den gesteckten Zielen beschäftigt, sodass wir den täglichen Jubel und die bewundernden Blicke nicht mitbekommen. Natürlich macht es Spaß, sich in den wichtigen Gremien auszutauschen und auch mal mit der Schulleitung quatschen zu können, aber auch wir dürfen keine Basecaps im Unterricht tragen. Auch der Football im Arm wird erst noch von uns beantragt werden müssen. In der Tat dürfen wir uns  wahrscheinlich alle auf einige neue Sportutensilien für die Pausen freuen, die wir zusammen mit der Schulkonferenz organisieren werden.

 

 

Gefahren der Künstlichen Intelligenz: Chancen, Risiken und Verantwortung

Immer mehr Menschen reden von Gefahren Künstlicher Intelligenz. Über Schüler:innen, die nichts mehr lernen, über Arbeitsplätze, die wegfallen oder gar die Übernahme der Menschheit. Doch kann dies wirklich passieren? Und wie würde das genau aussehen?

Künstliche Intelligenzen gab es bereits vor ChatGPT. Siri, Google Home und auch E-Mail Spamfilter nutzen alle Künstliche Intelligenz. Der Boom um das Ganze begann erst mit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022. Anschließend wurden im Eiltempo viele verschiedene Künstliche Intelligenzen programmier und für jeden zugänglich gemacht. Darunter weitere textbasierte Programme wie Google Bard oder Perplexity.  Auch bild- sowie videobasierte KIs wie D-ID, Midjourney und noch vieles mehr wurden veröffentlicht

Funktionsweise von Künstlichen Intelligenzen

Künstliche Intelligenzen werden zuerst mit riesigen Mengen von Daten trainiert. Daraus lernen sie, diese menschengemachten Eigenschaften zu übernehmen, mit denen sie trainiert wurden. Am Beispiel ChatGPT: Unmengen an Büchern, Artikeln und Websites geben dem Programm einerseits Informationen, andererseits die Fähigkeit, die Schreibweisen von Menschen zu übernehmen und zu lernen, Texte ähnlich wie ein Mensch zu verfassen. Dabei werden auch Verbindungen gelegt, die man mit den Neuronen in einem Gehirn vergleichen kann. Der Durchschnitt dieser Trainingstexte ist sozusagen das, was ChatGPT von sich gibt.

Wenn nun ein Nutzer eine Frage oder eine Aufgabe stellt, berechnet das Programm auf der Grundlage seiner Trainingstexte, welches Wort es als nächstes “ausspucken” soll. Hierbei gibt es allerdings einige Probleme: es kommen viele inhaltliche Fehler vor. Wenn ChatGPT zu einem bestimmten Thema keine genaue Antwort hat, kann es sein, dass es die wahrscheinlichste Antwort ausspuckt. Diese Antwort ist jedoch häufig nicht richtig. Auch erfindet es durch genau dieses Problem Zitate oder Quellen, die ihm helfen, den Text zu vervollständigen. Du solltest Informationen, die du von Künstlichen Intelligenzen bekommst, also immer mit Vorsicht genießen.

Ein weiteres Problem ist die Diskriminierung durch Künstlichen Intelligenzen. Da der  Durchschnitt der Trainingstexte widergespiegelt wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich darunter diskriminierendes Gedankengut befindet. Nachdem einige Nutzer auf diese Probleme aufmerksam machten, wurden den Programmen Sperren auferlegt, die es ihnen unmöglich machen sollen, diskriminierende Inhalte von sich zu geben. Oft finden Nutzer:innen Wege, auch diese Sperren zu umgehen

All diese Informationen kann man natürlich auch auf andere Künstlichen Intelligenzen übertragen, die beispielsweise Bild-, Video- oder Audiomaterial generieren können. Wenn man Bild-KIs beispielsweise nach einem Bild von Pflegepersonal fragt, werden in den allermeisten Fällen Frauen generiert. Auch das sind genau die Stereotypen aus unserer Gesellschaft, die Künstliche Intelligenzen übernehmen. [Q1]

Gefahren für den Arbeitsmarkt

Zur Gefährdung der verschiedenen Berufsgruppen hat der Schweizer Wissenschaftler Dario Floreano mit seinem Team zusammen den “Automatisierungs-Risiko-Index” erstellt. Dieser Index gibt an, inwiefern Roboter bzw. Künstliche Intelligenz die Berufsausübenden in bestimmten Berufen ersetzen können. Bei dieser Untersuchung stellte sich heraus, dass Metzger:innen die größte Gefahr laufen, irgendwann vollständig durch eine Künstliche Intelligenz abgelöst zu werden. Andere gefährdete Berufe sind Taxifahrer:innen und Kassierer:innen. Auf der anderen Seite dieser Skala stehen Physiker, Chirurgen und Ärzte sowie Piloten und Fluglotsen. Diese laufen demnach kaum Gefahr, abgelöst zu werden.

Eine andere Studie kam zu dem Schluss, dass sich vor allem Programmierer, Mathematiker, Buchhalter, Dolmetscher sowie Schriftsteller und Journalisten auf eine große Umstellung gefasst machen müssen. Hierbei geht es jedoch nicht darum, dass diese Berufe wegfallen könnten. Vielmehr geht es um die Umstellung beziehungsweise die Veränderung innerhalb dieser Berufsgruppen.

Der Rechtsanwalt ist beispielsweise ein solcher Beruf. Der Ökonom Jens Südekum machte das an einem Beispiel fest: wenn eine Künstliche Intelligenz einige Aufgaben von einem Rechtsanwalt übernehmen würde, könnte dieser sich mehr auf die Arbeit mit seinen Mandanten konzentrieren. Der Beruf würde sich also stark wandeln, jedoch eher in das Positive als in das Negative. Ähnlich ist das bei vielen anderen Berufen. Es kann also gut sein, dass die Künstliche Intelligenz die Produkte, an denen sie mitarbeitet, perfektioniert. [Q2] [Q3]

Auswirkungen auf den Schulalltag

Auch die Institution Schule wird sich durch die Einsetzung von Künstlicher Intelligenz stark wandeln. Jetzt bereits sieht man die ersten Veränderungen: Projektarbeiten werden teilweise durch andere Projekte ersetzt aus wahrscheinlich berechtigter Angst, Schüler:innen könnten ihre Projektarbeiten mit Künstlichen Intelligenzen schreiben. Denn dies ist bereits passiert. 32,3% der Befragten einer itslearning-Umfrage im Kurs Schülerschaft Gymnasium Horn gaben an, Künstliche Intelligenzen generell mittel viel zu benutzen. Der Vorteil von Künstlichen Intelligenzen ist ja mitunter, dass sie nicht nur reine Informationen liefert, sondern fertige Ergebnisse, die man in einigen Fällen ohne Veränderung abgeben kann.

Auf die Frage, wie Künstliche Intelligenz unseren Schulalltag verändern wird, gibt es leider keine eindeutige Antwort. Wissenschaftler prognostizieren jedoch, dass sie vor allem den Teil der Wissensvermittlung übernehmen wird. Die Lehrpläne würden gekürzt, was den Vorteil bietet, dass man sich mehr auf andere Dinge konzentrieren könnte. Klar ist auch hier: die Künstliche Intelligenz wird niemanden ersetzen, die Berufe jedoch stark verändern. Und zwar auch hier in die positive wie auch in die negative Richtung. Positiv ist, dass sie den Lehrkräften ihren Job vereinfachen können. Diese können sich dann auf die einzelnen Bedürfnisse ihrer Schüler:innen konzentrieren. Nachteile könnten sein, dass Schüler:innen weniger lernen und viele der Schulaufgaben an die Künstliche Intelligenzen abgeben. Dabei geht auch ein großer Bildungsfaktor verloren.

Wichtig ist es, gute Regeln, Richtlinien und Fortbildungen für die Nutzung von Künstlichen Intelligenzen zu schaffen. Es sollte beispielsweise für Schüler:innen nicht möglich sein, ihre Schulaufgaben vollständig durch Künstliche Intelligenzen erledigen zu lassen. Für die Recherche sowie Inspiration oder Hilfe bei Formulierungen etc. müsste es jedoch legitim sein, sie einzusetzen. [Q4] [Q5]

Gefahren für die Menschheit

Weitere Gefahren beziehen sich auf die gesamte Menschheit. Dies sehen auch bekannte Menschen und Experten. In einem offenen Brief forderten mehr als 1000 Menschen aus dem IT Bereich – unter ihnen auch Elon Musk – eine Entwicklungspause für Künstliche Intelligenzen. Diese Entwicklungspause soll dazu genutzt werden, Richtlinien und Regeln für Künstliche Intelligenzen zu schaffen, sodass diese sich nicht unreguliert weiterentwickeln und irreversible Schäden anrichten können. Die Verfasser des offenen Briefs sprachen von „tiefgreifenden Risiken für die Gesellschaft und die Menschheit”. Genau genommen forderten sie eine sechsmonatige Pause aller Künstlichen Intelligenzen, die leistungsfähiger als ChatGPT-4 und ChatGPT-5 sind.

Aber was ist denn genau die Angst dieser Menschen? Und ist diese berechtigt? Wie bereits erklärt, probieren Künstliche Intelligenzen, wie ein Mensch zu handeln und zu wirken. Wenn sie dies einmal perfekt schaffen sollte, würde dies sehr schlimme Folgen haben. Fake News könnten in unaufhaltsamer Geschwindigkeit verbreitet werden, durch Deepfake-Videos können nicht nur unter Privatpersonen Probleme entstehen, auch diplomatische Verhältnisse könnten darunter leiden.

Vor ein paar Wochen erst verbreitete die politische Gruppierung Zentrum für politische Schönheit, welche ein Verbot der rechten Partei AfD fordert, ein Video, in welchem der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz zum Volk zu sprechen scheint. Er redet von einer Bedrohung für unser Land: die AfD. Mit spannender Musik und dem Kanzleramt im Hintergrund wirkt es auf den ersten Blick wie ein echtes Video. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch schon einige Unstimmigkeiten: die Mundbewegungen stimmen nicht ganz mit dem Text überein. Auch zucken die Mundwinkel das ein oder andere Mal, was ein wenig unnatürlich wirkt. Es ist also leicht zu enttarnen. Die Technologie ist jedoch auch erst an seinem Anfang. Bei der rasanten Geschwindigkeit der Entwicklung ist die Angst darüber, wo uns das Ganze hinführen wird, womöglich berechtigt. Künstliche Intelligenzen sind also nicht nur eine Gefahr für den Schulalltag, für unseren Arbeitsmarkt, sondern auch für unsere Demokratie.

Auch die Aufrüstung ist ein wichtiges Thema auf diesem Gebiet. Viele Experten schätzen die Gefahren der Künstlichen Intelligenz etwa so hoch ein wie die einer Pandemie oder sogar eines Atomkrieges. Jetzt bereits wird bei dieser neuartigen Technologie zur Aufrüstung geforscht. Das zum Beispiel im Luftkampf. Es wird ein Wettrüsten befürchtet, ähnlich wie bei Atomwaffen.

Künstliche Intelligenzen können ab einem bestimmten Punkt unkontrollierbar werden. Wenn sie zu viele unserer Aufgaben übernehmen, nehmen sie auch zu viel Einfluss auf unser System. Sowohl auf das staatliche, als auch auf das wirtschaftliche. Das kann auch unter gewissen Umständen Schäden anrichten, die nicht mehr umkehrbar sind. [Q6][Q7]

Allgemeine Künstliche Intelligenz

Und nun zum meist gefürchtetsten Punkt unter den Gefahren der Künstlichen Intelligenzen: die Allgemeine Künstliche Intelligenz, welche es so noch nicht gibt. Sie könnte alle Aufgaben eines Menschen übernehmen, sozusagen alle Künstlichen Intelligenzen gebündelt. Sie ist also eine ultimative Künstliche Intelligenz, die vollständig wie ein Mensch handelt und agiert. Die Angst, die viele Menschen haben, besteht daraus, dass sie sich, auch wenn sie bereits so ist wie ein Mensch, immer weiterentwickelt und somit besser wird als der Mensch. Wenn dies Überhand annimmt, könnte es in einem sehr theoretischen Fall zu einer Übernahme der Menschheit kommen. Doch zuerst war auch die Definition eines solchen Programms gar nicht eindeutig. Das Google DeepMind-Team publizierte, um ein wenig Klarheit zu schaffen eine genaue Definition zu dem Thema. Die folgenden fünf Punkte müssen (kurz zusammengefasst) in ihren Augen zutreffen, um etwas eine Allgemeine Künstliche Intelligenz nennen zu können.

  1. Entstehend (etwa hochmoderne Chatbots wie ChatGPT und Bard)
  2. Kompetent
  3. Fachkundig
  4. Virtuos
  5. Übermenschlich (die eine breite Palette von Aufgaben besser als alle Menschen erledigen, einschließlich Aufgaben, die Menschen überhaupt nicht erledigen können, wie das Dekodieren der Gedanken anderer Menschen, die Vorhersage zukünftiger Ereignisse und das Sprechen mit Tieren).

Wirkliche Maßstäbe und Definitionen für diese Form von Künstlicher Intelligenz gibt es jedoch nicht. Einige Fragen sind noch ungeklärt. Zudem ist es auch möglich, solche superintelligenten Maschinen zu bauen, die trotzdem vollkommen vom Menschen gesteuert werden. [Q8]

Disclaimer

Wichtig ist jedoch auch, sich vor Augen zu halten, dass dies alles nur theoretische Szenarien sind, die nicht unbedingt so auftreten werden. Wenn genug Regulierungen für die Künstlichen Intelligenzen geschaffen werden, ist es gut möglich, dass sie uns im Alltag schlicht und einfach unterstützen und keine bis wenig negative Einflüsse auf unser Leben nehmen wird.

[Q9]

 

Quellen

[Q1] https://www.youtube.com/watch?v=fT69SLK2m9I

[Q2] https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/berufe-kuenstliche-intelligenz-100.html

[Q3] https://www.ing.de/wissen/aussterbende-berufe/

[Q4] https://www.teachis.net/de/wissen/kuenstliche-intelligenz-in-der-schule/

[Q5] https://www.forum-verlag.com/blog-bes/ki-in-der-schule

[Q6] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-01/kuenstliche-intelligenz-experten-gefahren-ki-offener-brief

[Q7] https://www.heise.de/hintergrund/Wie-schwer-es-ist-kuenstliche-allgemeine-Intelligenz-zu-definieren-9533724.html

[Q8] https://www.mdr.de/wissen/kuenstliche-intelligenz-gefahren-102.html

[Q9] https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/digitalisierung/6-thesen-zur-kuenstlichen-intelligenz/

 

 

Die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen: Chancen, Herausforderungen und neue Möglichkeiten.

Fast jeder hat schon einmal davon gehört. Das bedingungslose Grundeinkommen ist seit vielen Jahren immer wieder ein wichtiges Thema in der Politik. Ist es nur ein Weg, um Arbeit unattraktiver zu machen? Oder wäre es ein wichtiger Schritt, um finanzielle Ungleichheiten zu bekämpfen?

Die finanzielle Lage von vielen deutschen Bürgern wird laut dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband immer schlechter. Viele Bürger haben nicht einmal mehr genug Geld für die Miete einer kleinen Wohnung. Wie auch, mit einem Mindestlohn von 12 Euro? Gerade durch die Nachfolgen von Corona haben sehr viel mehr Menschen finanzielle Probleme als noch vor fünf Jahren. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen will man diesem Problem entgegenwirken, indem jeder Mensch in Deutschland monatlich “bedingungslos” eine festgelegte Summe an Geld erhält. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen würden die Arbeitslosen- und Sozialgelder sowie das Kindergeld abgelöst werden. Finanzieren würde man dieses Grundeinkommen durch neue Steuern, welche jeder Bürger mit einer Einkommensquelle zahlen müsste. Wie viel Geld jeder Bürger genau abgeben müsste, hängt von der Höhe des Bruttoeinkommens ab. Menschen mit einem sehr hohen Bruttoeinkommen müssten mehr Geld in diese Steuern zahlen, als sie am Ende durch das bedingungslose Grundeinkommen zurückbekommen würden. Menschen mit einem geringen oder gar keinem Einkommen würden hingegen mehr Geld bekommen als sie vorher in Steuern gezahlt haben. In Deutschland würden so 83% der Bürger am Ende mehr Geld in der Tasche haben. Durch dieses System würde mehr soziale Gerechtigkeit geschaffen werden.

Allerdings wird in politischen Diskussionen häufig die Befürchtung aufgeführt, dass viele Menschen mit einem Grundeinkommen aufhören würden zu arbeiten. Die Idee der “Faulen Schmarotzer“ sei katastrophal für das Industrieland Deutschland. Mit weniger Mitarbeitern würden Unternehmen natürlich auch weniger Umsatz machen. Dies könnte bei vielen Unternehmen sicherlich zum Bankrott führen. Auch wenn sich diese Theorie beängstigend anhört, müsste sich wohl bei der Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens keine Sorgen gemacht werden, denn Befragungen des Meinungsforschungsinstituts Demoscope zeigen, dass über 90% aller Befragten sagen, dass sie trotz der Bereitstellung eines bedingungslosen Grundeinkommens weiter arbeiten würden. Außerdem zeigen aktuelle Forschungen, dass eine angemessene Entlohnung sogar die Arbeitsmoral steigern kann.

Eine weitere Befürchtung ist, dass durch ein bedingungsloses Grundeinkommen Jobs, welche aufgrund ihrer Gefährlichkeit oder hohen Belastung unbeliebt sind, nicht mehr genügend ausgeführt werden würden. Diese Sorge ist durchaus gerechtfertigt, da wir in einer Gesellschaft leben, in dem jeder Beruf eine wichtige Rolle spielt . Allerdings sollte es ein Weckruf für politisch Verantwortliche sein, dass, wenn Menschen aufgrund von mehr finanziellen Mitteln die Möglichkeit haben, unbeliebte Arbeit abzulehnen, diese Arbeit besser zu entlohnen. Dies würde vermutlich auch Berufe mit geringer Nachfrage, wie Tätigkeiten in der Pflege, interessanter machen. Außerdem würde dies auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken und mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt schaffen.

Bis es nun vielleicht irgendwann soweit ist, wird es noch ein langer Weg sein. Es werden sicherlich noch viele hitzige politische Debatten stattfinden und das Thema wird immer wieder in den Medien vertreten sein. Es lässt sich dennoch festhalten, die Befürchtung hinsichtlich eines Verlustes der Arbeitsmotivation durch das bedingungslose Grundeinkommen ist zwar präsent, allerdings deuten Umfragen darauf hin, dass die Mehrheit der Bevölkerung weiterhin einen Sinn in der Arbeit sieht. In Anbetracht der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Lage in Deutschland, erscheint das bedingungslose Grundeinkommen als ein mögliches Mittel um gesellschaftliche Probleme zu bekämpfen und um Deutschland ein Stück gerechter zu machen.

Aus der Ambulanz in die Schule: Wie Herr Jäger den Schulsanitätsdienst umstrukturierte

Das Gymnasium Horn zeichnet sich gegenüber anderen Schulen insbesondere durch seinen ausgereiften Schulsanitätsdienst aus. Zu finden in Raum 229, handelt es sich dabei um eine Zusammenarbeit zwischen Schülern der oberen Jahrgänge und der Lehrerschaft, geleitet von Herrn Jäger. Spätestens über diverse Lautsprecherdurchsagen sollte dem ein oder anderen das Vorhandensein des Schulsanitätsdienstes aufgefallen sein. Denn immer, wenn ein Mitglied der Schulgemeinschaft gesundheitliche Beschwerden, seien es Verletzungen oder Schmerzen sonstiger Art, zu beklagen hat, steht er zur Verfügung und liefert kompetente Unterstützung. Dabei bilden die Grundlagen eine einwöchige Ausbildung, die diverse Maßnahmen der Ersten Hilfe schult, sowie eine jährliche Auffrischung, an denen jeder Schulsanitäter teilnehmen muss, um bestmöglich Hilfe leisten zu können. Über die Lautsprecher oder im Idealfall im Stillen über ein Smartphone werden die Schulsanitäter informiert, wo Hilfe benötigt wird und verlassen, sofern nicht anders möglich, sogar den Unterricht, um zur Verfügung zu stehen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass der gesamte Dienst auf Freiwilligkeit basiert und sämtliche verpassten Inhalte von den Mitgliedern im Zweifelsfall selbständig nachgearbeitet werden müssen. Das Fazit ist dennoch klar. Es ist erwünscht, sich mit Problemen an den Schulsanitätsdienst zu wenden. „Wir stehen gerne zur Verfügung, um bei medizinischen Problemen Erste Hilfe zu leisten“, sagt Jesper Nagel, Mitglied des Schulsanitätsdienstes, dafür ist er schließlich eingerichtet worden.

Die Struktur der Dienste ist denkbar einfach. Jeder Schulsanitäter ist für einen Wochentag zuständig. Wird an diesem Tag ein Sanitäter ausgerufen, ist klar geregelt, wer den jeweiligen Fall übernimmt. Doch nicht immer geht das Konzept auf. Durchaus treten auch Fälle auf, in denen ein längerer Aufenthalt der Patienten im Sanitätsraum notwendig ist. In diesem Fall ist die Gemeinschaft des Sanitätsdienstes von großem Vorteil, ermöglicht sie doch, dass auch außerhalb des eigentlichen Dienstes ein Abwechseln möglich ist.

Innerhalb der Mitglieder werden nichtsdestotrotz auch Problemstellungen gesehen, die es anzugehen gilt. „Manche Lehrer habe keine Ahnung, wie der Tätigkeitsbereich der Schulsanitäter definiert ist. Es ist nicht zwingend notwendig, dass Schulsanitäter den Unterricht verlassen, um Erbrochenes aufzuwischen“ (Jesper Nagel, Schulsanitäter). Darüber hinaus stellt eine andauernde Debatte die Frage der Kühlpack-Ausgabe dar. Natürlich ist es sinnvoll, die Kühlpacks im Sanitätsraum aufzubewahren, da sie in vielen Fällen dort benötigt werden. Jedoch führen Häufungen von Forderungen zum Teil dazu, dass Schulsanitäter für Banalitäten aus dem Unterricht geholt werden. Eine nicht einfache Thematik, steht auf der anderen Seite doch der dringende Aufruf, sich bei Beschwerden an das Sanitätsteam zu wenden. Ein Lösungsansatz – sofern die Lage deutlich erscheint, kann auch der jeweilige Lehrer das Holen eines Kühlpacks übernehmen.

Grundsätzlich bittet der Schulsanitätsdienst darüber hinaus darum, verwendete Kühlpacks wieder in den Briefkasten vor dem Sanitätsraum zu werfen.

Doch wie sah es an unserer Schule aus, bevor die Leitung von Herrn Jäger übernommen wurde? Tatsächlich besteht der Schulsanitätsdienst schon seit zahlreichen Jahren. Doch bis 2011 verfügte er jahrelang nur über einen einzigen Sanitäter. Eine nicht zu bewältigende Aufgabe, wie sich nicht zuletzt dadurch auszeichnete, dass der Schulsanitätsdienst geradezu unbekannt war.

Mittlerweile fasst der Schulsanitätsdienst ganze 36 Sanitäter, von denen sich zwei zurzeit im Ausland befinden. Pro Ausbildung, die einmal jährlich stattfindet, gehen in der Regel effektiv 12 bis 14 neue Schulsanitäter hervor, sodass sich in Zukunft nahezu die Frage stelle, ob nicht die Q2 grundsätzlich aus dem Dienstplan befreit werden könne, so Herr Jäger. Auch lasse sich sagen, dass jeweils circa zwei Sanitäter je Klasse im achten Jahrgang ausgewählt werden. Für alle, die Interesse haben, sei die erste Februarwoche vorzumerken. Wichtig ist dabei allerdings: Auch die Ausbildung beruht auf Freiwilligkeit. Das heißt, der verpasste Schulstoff muss auch hier in den meisten Fällen nachgearbeitet werden. Doch der Dienst bringt auch persönliche Vorteile mit sich. Dazu zählt eine Bescheinigung des Erste-Hilfe-Kurses sowie bei besonderem Engagement ein Eintrag in sämtliche Zeugnisse.

Um eine genauere Einsicht hinter die Kulissen des Schulsanitätsdienstes zu gewähren, hat sich Herr Jäger freundlicherweise zu einem Interview gegenüber der Schülerzeitung bereiterklärt.

 

Herr Jäger, wie sind sie dazu gekommen den Schulsanitätsdienst zu übernehmen?

Also, ich bin 1994 in den Zivildienst gegangen, den gab es ja damals noch und dadurch bin ich ins Rote Kreuz Krankenhaus gegangen, erstmal zur Rheumachirurgie. Dann habe ich mein Studium angefangen, im Oktober 1995, und musste nebenher Geld verdienen. Dann bin ich eben im Krankenhaus geblieben, als studentische Aushilfe. Dort bin ich erst drei, vier Jahre mehr oder weniger als Aushilfe über alle Stationen hinweggegangen und ab 1998 habe ich 10 Jahre Zentralambulanz gemacht. Die haben mich dann genommen und gemeint: „Mensch, der passt hier her“. Von daher ist witzig, dass ich offiziell noch nicht einmal einen Erste-Hilfe-Kurs hatte, damals, aber du sammelst natürlich irgendwann so viele Erfahrungen, dass ich viel mitnehmen konnte. Und von daher hat passenderweise Herr Riggers gesagt: „Dann werden sie Schulsanitätsdienstleiter“, was nochmal ein Punkt obendrauf war, dafür, dass ich die Stelle an dieser Schule bekommen habe.

Wie haben Sie dann begonnen, den Schulsanitätsdienst neu aufzubauen?

Ich glaube, Ende 2011 hatte ich schon die erste Ausbildung hier über den ASB organisiert. Das war schon immer der ASB, der die durchgeführt hat. Ich glaube, wir haben das dann erst 2013 oder 2014 richtig publik gemacht, ich habe da früher gar nicht dran gedacht, ich war ja unerfahren darin, so ein Team zu leiten. Und dann haben wir das irgendwann einfach mal kundgegeben, bei den Kollegen zum Beispiel. Es kamen natürlich auch immer öfter Durchsagen und dann ging das so richtig rund. Da war auch schon ein Jahr, in dem die Fünft- und Sechstklässler in Scharen kamen.

Wollten Sie früher schon Lehrer werden?

Also, ich war früher hoch schüchtern. Man kann sich das mittlerweile gar nicht mehr vorstellen. Wenn ich mal 30 Jahre zurückgehen würde, würde ich hier kein Lehrer sein können. Dann würde ich nur mit rotem Kopf durch die Gegend gehen und keinen ansprechen. Und einer der großen, wichtigen Punkte meines Lebens war diese Ambulanz. In der Ambulanz muss man aus sich heraus kommen, und das hat mir wirklich meine Schüchternheit ausgetrieben, was wieder für den Lehrerberuf wichtig war. Die leitende Schwester dort in der Ambulanz hat ja auch gewusst, dass ich Lehrer werden möchte und hat auch gemerkt, dass mir das total Spaß macht, andere wieder anzulernen, also anzuweisen. Und dann war es zum Beispiel nach ein paar Jahren meine Aufgabe, immer die ganzen Zivildienstleistenden an- und Praktikanten, die also irgendwie so auf meinem Level waren, einzuweisen. Also war ich wie ein Lehrer oder Ausbilder und habe die dann in die Ambulanz eingewiesen. Und dann legt man die Schüchternheit ab. Oder dann, wenn man mit Personen, die betrunken gestürzt sind, kommuniziert. Damit kann man nur umgehen, wenn man sich irgendwann traut, die anzusprechen.

Wie läuft das Bewerbungsverfahren für den Schulsanitätsdienst ab?

Zunächst habe ich einfach die Personen sich so bewerben lassen, die haben einfach auf einen Zettel geschrieben: „Ich bin der und derjenige und ich möchte gerne mitmachen“. Und das war natürlich dann super schwierig damals, auszuwählen. Und es ist aber tatsächlich so, man muss die Klassenlehrer-Teams einbinden, weil alle, die ich nicht kenne, wie soll ich die auswählen, nur anhand dieses Zettels, den ich als Bewerbungsblatt herausgebe, wie soll ich die da beurteilen? Das ist so ein bisschen unfair, weil da ja tatsächlich auch jeder draufschreiben kann, was er will. Und deswegen ist es immer gut, wenn man mehrere Personen hat, die da ihre Meinung zu abgeben können. Deswegen ist das Klassenlehrer-Team wichtig. Die kennen meistens die Schülerinnen und Schüler in der achten Klasse und die sagen dann: „So, hier, der eignet sich gut, weil er total sozial engagiert ist“, und dann kommen meistens die zwei Seiten zusammen. Also meine Seite mit den Bewerbungsbögen oder vielleicht habe ich ja manchmal auch so einen Eindruck, oder ich kenne die Schülerin und Schüler, und dann eben das Klassenlehrer-Team. Und das hat sich bisher eigentlich ganz gut bewährt, muss man sagen.

Was sind die Voraussetzungen für den Schulsanitätsdienst?

Achte Klasse, man darf keine schlechten Noten haben, man sollte sich am besten engagieren wollen in dem Bereich.

Existieren auch außerschulische Kriterien?

Unsere Arbeitswelt hat sich ja auch ein bisschen verändert. Wer zum Beispiel jetzt Medizin studieren möchte, der muss ja immer mehr vorzeigen können, dass man am besten schon irgendetwas gemacht hat. Und deshalb sind alle Schülerinnen und Schüler, die irgendwie in so eine Richtung wie Medizin oder Rettungsdienst gehen wollen, total hinterher, hinter dieser Ausbildung hier bei uns als Schulsanitäter. Und das merkt man seit zwei oder drei Generationen im Schulsanitätsdienst. Wir hatten ja auch diesen Durchgang, bei dem alle Ärzte werden wollten, das war Wahnsinn. Was ich damit sagen möchte, ist, dass das ganze Auswahlverfahren mittlerweile vereinfacht ist, weil ich jetzt klare Rahmen habe.

Das heißt, grundsätzlich empfehlen Sie die Teilnahme jedem, der sich selbst eventuell in Richtung eines medizinischen Berufes orientieren möchte und darüber hinaus in der Schule so zuwege ist, dass er Zeit für den Sanitätsdienst investieren kann?

Ja, richtig. Aber es muss ja gar nicht immer so sein, dass man unbedingt Arzt oder Sanitäter werden will, sondern es gibt ja auch einfach Menschen, die generell sagen: „Ich helfe gerne anderen Menschen“, oder ich möchte mich einfach sozial engagieren. Und das können dann ganz, ganz tolle Sanitäterinnen und Sanitäter sein, obwohl sie gar nichts mit Medizin am Hut haben und auch gar nicht wollen. Wenn ich Schüler und Schülerinnen kenne, dann finde ich, ist die wichtigste Charaktereigenschaft für diesen „Sanitäts-Job“ Empathie, Einfühlungsvermögen. Das ist das wichtigste überhaupt. Aus den Klassen, die ich kenne, wähle ich immer die Personen aus, bei denen ich sage: „Da ist ganz viel Empathie“, denn die können sich dann wirklich hineinversetzen in die Personen, gerade wenn es hier um die jüngeren Schülerinnen und Schüler geht. Dann merken die: „Oh, der hat Schmerzen“, und sind meistens ganz toll im Umgang mit denen.

Gibt es auch andere Gründe, warum sie Personen ins Team aufnehmen?

Ich habe das auch schon erlebt, dass ich dann auch Schülerinnen und Schüler aufgenommen habe, die, ich sage mal, sehr still sind im Unterricht und sich kaum beteiligen, aber bei denen man dann feststellt, die haben ganz viel Empathie, also auch ganz viele soziale Kompetenzen im Umgang mit anderen Menschen, obwohl sie vielleicht ausgesprochen zurückhaltend sind. Die habe ich dann ins Sani-Team aufgenommen und die sind dann auch so ein bisschen aus sich herausgekommen. Und dann merkt man eben, eigentlich können die das richtig gut machen, die trauen sich nur nicht so ganz. Dann gehe ich auch aktiv auf die zu und sage: „So, willst du nicht Schulsanitäterin beziehungsweise Schulsanitäter werden?“.

Wie ist die Resonanz bezüglich des Schulsanitätsdienstes an unserer Schule?

Sehr gut. Ich nehme das Lob auch immer gar nicht auf mich, sondern ich sage immer gleich: „Das Team, das Team, das Team. Also die Schüler sind so toll, die machen das ja freiwillig“, muss ich auch manchmal betonen. Und eigentlich höre ich fast immer Positives. Das einzige, wo man auch manchmal was Negatives hört, ist: „Wie viele Leute sind eigentlich im Sani-Raum?“. Aber ansonsten hört man eigentlich nur Positives. Es gibt so großes, riesengroßes, tolles Lob, wie toll das gemacht wird und auch vom Rettungssanitätsdienst höre ich das manchmal. Also auch über die Lehrkräfte hinweg, wird wieder gelobt, wie toll das hier gemacht wird. Man merkt das auch wirklich daran, wer sich indessen hier bewirbt. Ich habe in den ersten Jahren, in denen ich hier die Ausbildung hatte, noch nicht wirklich gewusst: „Wie wähle ich überhaupt Schüler und Schülerinnen aus?“, „Wie mache ich das Bewerbungsverfahren?“, das war ja alles noch ganz neu für mich. Da hatte ich auch teilweise unzählige Bewerbungen und irgendwann kristallisieren sich dann ja so Punkte heraus, wie, man sollte vielleicht keine Schüler nehmen, die irgendwelche Problemfächer haben, also schlechte Noten vielleicht, weil sie sich erst mal auf die Schule konzentrieren sollten. Ich habe in der ersten Ausbildung dann so ein, zwei Kandidaten gehabt, die wirklich viel Quatsch gemacht haben, und da hat man dann schnell draus gelernt.

Welches Budget steht eigentlich dem Schulsanitätsdienst zur Verfügung?

Das ist natürlich indessen ordentlich gewachsen. Also damals war es so, da hatten wir ganz am Anfang 15 Personen, die immer direkt von der Berufsgenossenschaft Bremen finanziert wurden.

Aber über die Jahre wurde das Budget leider immer weiter gekürzt. Eigentlich zahlen die jetzt immer nur noch zehn Personen seit zwei Jahren. Man kann aber trotzdem für die Ausbildung bis zu 15 Personen nehmen. Dann müssen die Überzähligen von der Schule bezahlt werden. Dafür gibt es hier in der Schule ein Budget. Das sind zwei verschiedene Töpfe, die wir hier ansprechen. Einmal der Fortbildungstopf, das würde eben diese Fortbildungen betreffen, dass wir sagen, wir nehmen mehr Schüler, obwohl wir schon über zehn Stück hinweg sind, und dann ist das andere das ganze Material, dass wir im Sani-Raum haben. Der Topf unserer Schule selbst ist dabei ordentlich gewachsen.

 

Muss man den Sanitätsdienst denn so ausstatten?

Man muss den Dienst nicht so ausstatten. Ich habe tatsächlich mal von Herrn Dr. Leupold, der ist ja unser Sicherheitsbeauftragter und ich und der Schulsanitätsdienst sind sozusagen Unterglieder bei ihm, ein paar Sachen zugeschickt bekommen, in denen drin steht, was man eigentlich in einer Schule für einen Schulsanitätsdienst machen muss, was vorhanden sein muss. Eine Liege, eine Trage, ein Sanitätsraum, ein bisschen Verbandsmaterial. Da stehen ganz grobe Rahmenbedingungen drinnen, aber wir gehen da teilweise wirklich drüber hinaus. Ich habe ja früher auch mal sehr viel Lob bekommen von den ASB-Ausbildern, weil ich das wahrscheinlich aus meiner Ambulanz-Zeit noch so kenne. Ich habe da volle Schränke gehabt, das war ja teilweise mein Job, die auch wieder aufzufüllen, nur war da der Nachschub natürlich unendlich. Man hat ein Zentrallager im Krankenhaus gehabt, da hat man die Wagen einfach hochgefahren. So einen ganzen Schrank voller Rollen zum Festkleben hatte man da einfach, obwohl die total teuer sind und hier entgegen ist das eine andere Sache gewesen. Ich habe aber zeitweise sehr viel gekauft gehabt, jetzt bin ich durchaus zurückhaltender geworden, weil das auch unglaublich teuer war. Ich weiß, so glaube ich, 2015, da habe ich mal so wirklich in die Vollen gehauen und habe da wirklich alles Mögliche an Materialien gekauft. Da war das komplett ausgestattet im Sani-Raum. Nur das ist einfach zu teuer gewesen, denn irgendwann verfallen die Sachen dann. Wir haben auch gemerkt, dass man zum Beispiel so riesige Saugkompressen gar nicht wirklich braucht. Und dann hat sich irgendwann so grob herauskristallisiert: „Was muss ich denn so ungefähr bestellen, was nicht?“. Ich höre ja immer von den Sanitätern zwischendurch, was so anliegt.

Normalerweise wird der Sanitätsdienst über das Sani-Handy angerufen, manchmal wird jedoch auch kritisiert, dass dennoch zu viele Durchsagen erfolgen. Wie stehen sie dazu?

Ich würde sagen, das ist so, nebst der Tatsache, dass der Raum manchmal ein bisschen voll ist, der andere negative Punkt, den es wirklich gibt. Ich bin ja der Meinung, und ich glaube, unser Team ist auch größtenteils der Meinung, dass die Durchsagen eigentlich immer noch am besten und einfachsten sind. Also wir würden es am liebsten einfach nur so machen, aber das stört tatsächlich den Unterricht immer mal wieder. Deswegen haben wir schon so viele Modelle durchdacht, was man machen könnte, bis wir dann dieses Sani-Handy erstmal als einfachste Lösung genommen haben. Es gab hier schon Vorschläge in Richtung Walkie-Talkies oder ein Pieper-System einzuführen. Das ist alles nur zu aufwändig. Ich kenne das ja aus der Ambulanz, da hatten wir so ein Pieper-System. Das funktioniert aber dort so, dass auf dem Pieper die Telefonnummer von dem Ort, von dem aus man anruft, erscheint und mein Job war ja eben immer, durch alle möglichen Räume durchzugehen. Ich wusste also alle möglichen Telefonnummern und das kann man hier ja nicht machen. Dann müsste ja in jedem Raum ein Telefon stehen, von dem aus man anrufen kann. Nur dann würde das Sinn machen. Und das ist sehr teuer. Und dann hat man genau das gleiche Problem wie beim Handy. Denn man muss den Pieper holen, der muss aufgeladen sein, der muss benutzt werden, man muss die Nummern kennen. Da ist ein Handy ja wirklich einfacher.

Wie stehen Sie denn grundsätzlich zu der Nutzung von Handys für Sani-Zwecke?

Ich bin der Meinung, wir müssen uns doch gegenseitig sofort anfordern können. Wenn zum Beispiel jemand dort ist, nehmen wir mal jemanden von den ganz neu Ausgebildeten, und man ist sich noch ganz unsicher und steht ganz alleine da, dann muss man doch irgendwie die Möglichkeit haben, jemanden anzufordern, ohne, dass man immer gleich eine Durchsage machen muss. Das wird ja auch manchmal tatsächlich benutzt, dass dann jemand schreibt: „Hier, kann mich jemand ablösen?“. Und das geht einfach nicht anders. Deswegen auch der WhatsApp-Chat. WhatsApp ist ja eigentlich tabu, aber das ist zurzeit das schnellste Medium, finde ich, womit man einfach sofort alle erreicht. Man könnte WhatsApp natürlich, theoretisch gesehen, mal austauschen, gegen einen anderen Messenger oder ein anderes System, das auch relativ schnell funktioniert. Aber itslearning zum Beispiel ist nicht schnell genug. Da bekommt man ja teilweise erst nach einer Stunde die Nachricht und das funktioniert nicht. Man muss eine ganz schnelle Ebene haben und das geht nicht anders. Die Sanitäter müssen sich gegenseitig informieren können. Und das ist auch Konsens indessen. Und deswegen steht in der Schulordnung extra der Passus, dass Schulsanitäter im Dienst ihr Handy für den Sani-Chat benutzen dürfen.

 

Die Schülerzeitung bedankt sich für das Interview, welches am 24. Mai geführt wurde.

 

Anmerkung der Chefredaktion: Durch einige Probleme mit der Website konnte dieser Artikel online erst später erscheinen als geplant.

Die Causa Aiwanger – Flugblätter als Tatbestand

In den letzten Wochen beschäftigte dieses Thema die deutschen Medien besonders – die Aiwanger-Affäre. Der Parteikandidat der Freien Wähler in Bayern, Hubert Aiwanger, steht im Mittelpunkt und jede Talkshow, die etwas auf sich hält, arbeitet sich an diesem Thema ab.

Doch was ist passiert? Wir müssen für diesen Skandal 35 Jahre in die Vergangenheit blicken. Der Schuljunge Aiwanger ist auf dem Burkhart-Gymnasium angekommen. Doch es läuft nicht alles, beim heutigen Demokraten, wie es heute läuft: Aiwanger ist laut eines ehemaligen Mitschülers zu dieser Zeit ein Junge, der stark rechter denkt als heute. Hitlergrüße und Judenwitze seien normal für den damaligen Elftklässler – sogar beim Besuch des Konzentrationslagers Dachau. Die stark nationalsozialistisch geprägte Ausrichtung des damaligen Aiwangers habe bei Mitschülern für Aufsehen gesorgt. Aiwanger sei immer extremer geworden, bis seine Radikalisierung ihren Höhepunkt erreicht: Er soll Flugblätter mit rechtsextremem Inhalt verfasst und verteilt haben.

In ihnen wird der Holocaust verharmlost und Gewalt mit Mordabsichten gegen „Vaterlandsverräter“ geäußert, bei denen es Fallbeil, Genickschüsse und den Aufenthalt in den Konzentrationslagern Dachau und Auschwitz zu “gewinnen” gibt.  Schon dies ist aus der Sicht vieler Menschen unverzeihlich, doch der Umgang mit diesem Kapitel seiner Jugend sorgt für die wohl größte Empörung unter dem Volk: Aiwanger leugnet das Verfassen eines solchen Flugblattes und droht sogar mit juristischen Schritten gegen Personen, die ihm dies vorwerfen sollten. Schon bald gibt sich sein Bruder als Verfasser des Flugblattes zu erkennen. Doch viele zweifeln: Söder stellt ihm 25 Fragen, denen Aiwanger größtenteils ausweicht. Und erstaunlicherweise gelingt es Aiwanger, diese Flugblatt-Affäre größtenteils hinter sich zu lassen, er steigert sogar die Wahlwerte seiner Partei. Doch noch ist es nicht vorbei: Die Bayern-Wahl steht an und Aiwanger wird sich vermutlich im Wahlkampf noch öfter seiner nationalsozialistischen Vergangenheit stellen müssen.

Die G8/G9-Debatte: Ein Blick auf Deutschlands Gymnasialsystem

Die Debatte um das richtige Schulsystem am Gymnasium beschäftigt Deutschland seit vielen Jahren. Doch während einige Bundesländer am achtjährigen Modell (G8) festhalten, haben andere den Schritt zurück zum neunjährigen Gymnasium (G9) gewagt. Der Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern beider Modelle ist nach wie vor lebendig und wirft wichtige Fragen über den Bildungsweg unserer Schüler/innen auf. Doch bevor man sich mit der G8- und G9-Thematik auseinandersetzt, sollte man erstmal erfahren, wie eigentlich entschieden wird, wer wohin kommt? Dazu gibt es mehrere Faktoren. Einmal spielt der Wohnort eine wichtige Rolle, da bevorzugt Kinder aus dem näheren Umfeld der Schule angenommen werden.

 

Doch ein weiterer Faktor ist, ob das Kind eine Gymnasialempfehlung hat. Diese werden von der Grundschule an akademisch überdurchschnittliche Kinder gegeben. Die Grundidee, dass Kinder irgendwie eingeteilt werden, damit ihr Lerntempo berücksichtigt werden kann, ist durchaus verständlich. Allerdings fördert diese Maßnahme auch die weitere Separation der Gesellschaft, da die Schüler praktisch schon im Durchschnittsalter von zehn Jahren separiert werden, entweder auf das sozial stärkere Gymnasium oder die Oberschule.

Gegenüberstellung des G8- und G9-Systems

Das Hauptargument der G9-Befürworter/innen ist das erhöhte Stressniveau in einem G8-System, welches auch statistisch belegbar ist. Eine andere Studie hat einen leistungsbedingten Unterschied in der Konzentration von Cortisol (Stresshormon) bei G8-Schüler/innen gefunden, was G9-Schüler/innen nicht aufwiesen. (Q1) (Q2)

Hierbei ist auch interessant, dass in einem G8-System gerade die Mädchen (im Vergleich zu Jungen) ein höheres Stressniveau aufweisen. Dies lässt sich aber auch in Kausalität zu dem generell höheren durchschnittlichen Stresslevel bei Mädchen nach Beginn der Pubertät erklären, was durch die Depressionsrate durch Stress zu beobachten ist. Die erschreckende Erkenntnis hier ist, dass Mädchen im Schnitt doppelt so viele Depressionen wie Jungen haben. (Q2)

Für das G8-Prinzip spricht, dass man im Schnitt früher die Schule abschließt. Auch hier muss man beachten, dass das keinesfalls ein Jahr ist, da unter G8 die Wiederholungsrate in der Oberstufe ansteigt. So kann man beobachten, dass das Durchschnittsalter der G8-Abiturienten 10,3 Monate jünger ist als das der G9-Abiturienten.

Man sollte an dieser Stelle auch nochmal darauf eingehen, dass das G8-System auch Kosten einspart, da der Durchschnittsschüler 7666 € für die 10,3 Monate beansprucht, die im G8-System nicht anfallen. (Q3) (Q4)(Q5)

Die gesellschaftliche Absicht des G8- und G9-Systems ist auch nicht zu ignorieren, das G8-System bietet einen früheren Arbeitseinstieg für Schüler/innen an.

Dieser Ansatz soll der Alterung der Arbeiterschicht und dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Doch Kritiker sehen verständlicherweise das Problem, dass die Bildungspolitik keine Malheure aus anderen Politikzweigen auffangen sollte und dies keine nachhaltige Entscheidung sei.

Wenn man die inhaltlichen Leistungen der Schüler/innen innerhalb des G8-Systems mit denen von G9-Schüler/innen vergleicht, fällt einem auf, dass diese sich gar nicht so stark unterscheiden. Nur die Leistungen im Fach Englisch sind im G9-System leicht stärker. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die englische Sprache wegen der wenigen Zeit in der Freizeit und im Unterricht nicht mehr so ausführlich praktiziert wird. (Q6)(Q7)

Persönliche Meinung

Meiner Meinung nach ist es keinesfalls schlecht, die Möglichkeit zu geben, das G8-System zu durchlaufen, auch wenn dies im Schnitt zu mehr psychischen Problemen und Wiederholern führt. Solange das den Schüler/innen bewusst ist, finde ich das G8-System nicht verwerflich. Eine Idee wäre zum Beispiel, ein kleines Seminar kurz vor der Schulwahl in der vierten Klasse zu verpflichten, um über die Schulsysteme aufzuklären.

Allerdings ist das jetzige System schlecht, da das Gymnasiastendasein häufig als Qualität eingestuft wird. Was wiederum dazu führt, dass Kinder sich bewusst in eine schwierige Lage bringen, um diesen Status zu erreichen.

Wir sollten also weggehen von einer Assoziation einer Schulart mit einer Qualität oder einem Status und hin zu einem selbstbestimmten Bildungssystem mit möglichst wenig Außeneinfluss. Wie zum Beispiel durch Eltern oder das Ansehen der Schule und Schüler/innen. Auch ohne eine solche Separation wie durch die Gymnasialempfehlung sollte die Schulwahl geschehen.

 

Quellen

Q1  https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0167629619303467?via%3Dihub

Q2 https://www.forschungsmonitor-schule.de/print.php?id=16

Q3 https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0191886910002060?via%3Dihub

Q4 https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.502825.de/15-18-1.pdf

Q5 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/03/PD23_082_217.html

Q6 https://www.stiftung-mercator.de/content/uploads/2020/12/Verkuerzung_der_Gymnasialzeit_in_Deutschland_Stiftung_Mercator.pdf

Q7 https://uni-tuebingen.de/uploads/media/2015-04-20_Studie_Konsequenzen_der_G8-Reform.pdf

MicroCon 2023

Ein Treffen von Mikronationalisten und Mikronationen, welches alle zwei Jahre abgehalten wird, fand dieses Jahr in Ypern und Chicago statt. Dieses Jahr war das erste, in dem eine MicroCon in den USA und Europa abgehalten wurde, die Organisatoren waren Ladonia und Flandrensis. Zum Anfang muss man verstehen, was eine Mikronation ist. MicroWiki, die größte Enzyklopädie über Mikronationen, beschreibt diese wie folgt:
„Eine Mikronation ist, grob gesagt, ein selbsternannter souveräner Staat ohne internationale Anerkennung, der anders behandelt wird als ein Staat mit begrenzter Anerkennung.“
(Frei Übersetzt nach: https://micronations.wiki/wiki/Micronation) Im Folgenden ein Interview mit Niels Vermeersch, Großherzog von Flandrensis, Co-Host der MicroCon Europa in Ypern über die MicroCon in Ypern 2023  

Warum ist Ihnen MicroCon so wichtig?

Eigentlich war dies meine erste MicroCon, bei den vorherigen Ausgaben in den USA hatte ich einen Vertreter. Aber ich hatte vorher schon viele europäische Konferenzen (Polination und LaMicroFrancophony). Sie alle haben die gleiche Bedeutung: sich im wirklichen Leben zu treffen und Erfahrungen miteinander zu teilen. Das Internet ist ein wichtiges Instrument für Mikronationalisten, aber Veranstaltungen wie die MicroCon schaffen stärkere Beziehungen zwischen Mikronationalisten als die Nutzung sozialer Medien. Wenn wir in den Urlaub fahren, versuchen wir immer, einen Zwischenstopp einzulegen, um uns mit Freunden zu treffen. Einige von ihnen kenne ich schon seit 10 Jahren.  

Wie unterscheiden sich die Schwerpunkte oder Programme der MicroCon in Ypern und Chicago von anderen mikronationalen Veranstaltungen?

Der Unterschied zu anderen mikronationalen Konferenzen ist, dass wir die Themen und Redner selbst ausgewählt haben. Traditionell gibt es immer einige Mikronationalisten, die einen Vortrag über ihre Mikronation oder ein bestimmtes Thema halten wollen. Yvan und ich haben unsere eigene Liste möglicher Themen erstellt und wir haben eine Umfrage in der Facebook-Gruppe gemacht und die Teilnehmer gefragt, an welchem Thema sie am meisten Interesse haben. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse habe ich mein Netzwerk genutzt und wir haben Mikronationalisten kontaktiert, die unserer Meinung nach die meiste Erfahrung hatten, und sie gebeten, einen Vortrag zu halten. Das gab uns die Garantie für eine qualitative Präsentation.  

Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach Mikronationen in der globalen politischen und sozialen Landschaft?

Mikronationalismus ist heute ein sehr nützliches Instrument, um auf ein politisches, ökologisches oder soziales Problem hinzuweisen. Einer der Redner beschrieb ökologische Mikronationen als „Schaffung eines Landes zur Rettung des Planeten“. Wenn man eine Idee hat und seine Botschaft verbreiten will, kann man zum Beispiel eine Organisation oder eine politische Partei gründen. Aber wirklich kreative Menschen denken über den Tellerrand hinaus, und mit einer Mikronation – zusammen mit einem starken Konzept – kann man ein großes Publikum erreichen, um seine Mission zu verbreiten.  

Was war Ihr persönliches Highlight?

Ich würde sagen, die gesamte Veranstaltung, denn wir haben viele positive Reaktionen erhalten. Aber wenn ich mich entscheiden müsste: die mikronationale Kinderjury. Ich hoffe, dass dies eine neue Tradition für zukünftige MicroCon’s wird, denn die Teilnehmer waren sehr überrascht. Und es ist die perfekte Gelegenheit für unsere Kinder, mit dem Mikronationalismus in Berührung zu kommen, hoffentlich ein Hobby, das ich mit meinen Jungs weiterführen kann. Und ich war auch überrascht von den vielen unterstützenden Eltern, die ihre Teenager zu dieser Veranstaltung in Belgien begleitet haben! Nach der MicroCon haben viele von ihnen eine ganz andere Vorstellung von dem mikronationalen Abenteuer ihres Kindes.

Wie war die Organisation?

Sehr stressig, denn Yvan und ich wollten eine qualitativ hochwertige Veranstaltung organisieren: Vom Veranstaltungsort über die Präsentationen bis hin zu den Getränken und dem Essen … Wenn Leute die Mühe auf sich nehmen, aus Kanada oder den Philippinen anzureisen, wollen wir, dass sie mit einem positiven Gefühl zurückblicken. Wir haben vor einem Jahr mit den Vorbereitungen begonnen (Ort, Finanzen, Fahrplan, usw.), aber seit Januar hatten Yvan und ich täglichen Kontakt und fast alle zwei Wochen einen langen Abend auf Zoom. Aber ich bin sehr froh, dass Ladonia Flandrensis als Co-Moderator gefragt hat. Da ich Yvan schon von früheren Treffen her kannte, wurde unsere Zusammenarbeit dadurch viel einfacher. Und wir sind beide überrascht, dass wir nie eine einzige Meinungsverschiedenheit oder Frustration miteinander hatten, wie wir in Belgien sagen: gute Vereinbarungen machen gute Freunde. Ich wünschte nur, ich hätte während der Veranstaltung mehr Zeit gehabt, um mit allen zu sprechen, aber als Co-Gastgeber war ich so beschäftigt: Interviews, Auf- und Abbau, ein Taxi für meinen britischen Botschafter finden, einen Schlafplatz für einen der Teilnehmer finden, … Aber nach allem habe ich ein sehr positives Gefühl über unsere Leistung und wir freuen uns darauf, die zukünftigen Organisatoren mit unseren Ratschlägen und Tipps zu unterstützen. Weitere Informationen: https://micronations.wiki https://flandrensis.com/

Französischer Austausch: Entdeckung von Kultur, Sprache und unvergesslichen Erlebnissen

Wir sprechen heute mit Sophia Beer, die an einem faszinierenden Schüleraustausch in Frankreich teilnahm. In drei aufregenden Monaten in Paris entdeckte sie eine neue Kultur, verbesserte ihre Sprachkenntnisse und sammelte unvergessliche Erfahrungen.

 

Was hat dich dazu bewegt, an diesem Austauschprogramm teilzunehmen?

Die Geschichte ist ein bisschen witzig, nämlich wollte ich ursprünglich gar nicht nach Frankreich. An sich habe ich mit dem Gedanken gespielt, einen Austausch zu machen. Eigentlich aber eher nach Kanada oder Amerika, dann hat meine Lehrerin jedoch das Programm in meiner Klasse vorgestellt und gefragt, wer es gerne machen würde. Ich meldete mich, ohne groß darüber nachzudenken. Allerdings hat meine Lehrerin sich das dann gemerkt und mich auch öfter angesprochen und irgendwann dachte ich mir: Okay, warum nicht? Es schadet ja nicht, Französisch zu lernen.

 

Was waren deine ersten Eindrücke, als du im Gastland angekommen bist?

Die Straßen waren sehr anders als in Deutschland. Es war ein bisschen chaotischer. Die Leute fahren wenig Auto. Mein erster Schock war, dass meine Gastfamilie erstmal schön saftig um 21 Uhr Hamburger gegessen hat und ich persönlich esse immer kalt zu Abend. Das Abendbrot ist in Frankreich sehr wichtig.

 

Wie hast du die Kultur und das Leben im Gastland kennengelernt und welche Unterschiede gab es im Vergleich zu Deutschland?

Das Essen. Es gab sehr große Unterschiede. Die Frühstücke waren da sehr klein und Frühstück ist für mich die größte und wichtigste Mahlzeit, um meinen Tag zu starten. Die Franzosen lieben grüne Bohnen, aber leider ist das nicht so mein Ding. Das Schulsystem ist auch sehr anders als in Deutschland. Dort hat man von 8:00 bis 18:00 Uhr Schule. Außerdem hatte ich auch am Samstag Schule.

 

Was waren deine wichtigsten Erfahrungen während des Austauschprogramms?

Eine negative Erfahrung, die mir geholfen hat, selbstbewusster zu werden. Ich wollte damals zum ersten Mal in die Cafeteria und mir ein Baguette kaufen. Der Verkäufer in der Cafeteria hatte einen schlechten Tag und ließ seine schlechte Laune an mir aus. Dabei machte er sich über meinen Akzent lustig.  Vorher hatte ich noch nie derartige Probleme gehabt. Ich war ein bisschen geschockt, weil die ganze Cafeteria mich angeguckt hat. Hinter mir hat jemand noch gesagt: “Lassen Sie sie doch, das ist eine Austauschpartnerin, sie ist noch neu hier“. Ich bin dennoch höflich geblieben. Als ich draußen war, stand ich noch unter Schock. Meine Austauschpartnerin ist richtig ausgerastet und ist mit meinen Freunden zurück zu der Cafeteria gegangen, um den Verkäufer ordentlich auszuschimpfen. Sie erkämpfte, dass er mir dann drei kostenlose Cookies schenken musste. Meine Deutschlehrerin und meine ganze Klasse haben mich unterstützt und da habe ich gemerkt, dass ich Freunde für das Leben gefunden habe. Außerdem hat mich das auch gelehrt, dass jeder Mensch Sorgen mit sich trägt. Wenn jemand diese in Form von Bosheit an einem auslässt, dann sollte man sich nicht lange damit auseinandersetzen, weil es mehr mit der Person zu tun hat als mit einem selbst.

 

Wie hast du deine Freizeit im Gastland verbracht?

Ich hatte nicht wirklich Freizeit, da ich ja bis 18:00 Uhr Schule hatte. Nach der Schule bin ich direkt nach Hause gefahren.  Es hat ungefähr eine Stunde gedauert, mit Bus und Bahn. Als ich angekommen bin, musste ich erstmal meine Hausaufgaben machen und mich auf die Klausuren vorbereiten, weil mir damals in Deutschland gesagt wurde, dass meine Noten vielleicht übernommen werden müssen, aber am Ende haben sie es doch nicht gemacht. Am Wochenende musste ich immer nachholen, was ich in Deutschland in der Schule verpasste. Generell verbrachte ich viel Zeit mit meiner Austauschpartnerin. Wir haben Spiele gespielt, geredet, waren spazieren und wir konnten uns Paris angucken. Allerdings auch Bogenschießen, denn meine Austauschpartnerin betreibt diese Disziplin als Leistungssport.

 

Welche Herausforderungen hast du während des Austauschprogramms gemeistert?

Das Unterrichtsfach Französisch war auf jeden Fall die größte Herausforderung, da ich dort große Aufsätze schreiben musste. Während meines ganzen Aufenthalts haben wir Lektüren aus der Renaissance gelesen, die dementsprechend noch auf Altfranzösisch verfasst waren. Doch nach einem Monat konnte ich mich schon am Unterricht beteiligen, da ich mir Wörter, die mir fremd waren, direkt aufschrieb und lernte.

 

Wie hast du deine Sprachkenntnisse verbessert?

Mein Französisch hat sich auf jeden Fall sehr viel verbessert. Mittlerweile kann ich alles verstehen und sogar ganze Bücher auf dieser Sprache lesen. Auch beim Sprechen muss ich nun nicht mehr stundenlang nachdenken. Jetzt geht es sehr flott und natürlich.

 

Welche Tipps würdest du anderen an die Hand geben, die an einem Austauschprogramm teilnehmen möchten?

Ich würde jedem ans Herz legen, die Schüchternheit wie auch die eigene Angst, die man in einem fremden Land verspürt, möglichst abzulegen. Damit man die Sprache wirklich lernen kann, muss man auf Klassenkameraden und generell auf die Menschen zugehen. Wer mit dem Gedanken spielt, einen Austausch zu machen, der sollte nicht zu lange darüber nachdenken und es durchziehen. Durch so einen Auslandsaufenthalt lernt man eine ganz neue Seite an sich kennen, da man sich selbst aus der eigenen Komfortzone heraus schubst. Gerade das macht es so wertvoll.

Hausaufgaben abschaffen: Entlastung der Schüler oder Bildungsverlust?

Eine kontroverse Debatte entfacht sich über den Wert und die Notwendigkeit von Hausaufgaben in der heutigen Bildungslandschaft.

 

In den letzten Jahren hat die Frage, ob Hausaufgaben einen positiven Einfluss auf den Lernerfolg von Schülern haben oder ob sie lediglich eine überflüssige Belastung darstellen, an Bedeutung gewonnen.

Die Befürworter der Abschaffung argumentieren, dass Hausaufgaben eine unverhältnismäßige Belastung für Schüler darstellen. Sie betonen, dass Kinder und Jugendliche bereits in der Schule genug Zeit mit Lernen und Unterricht verbringen und ihnen nach einem anstrengenden Schultag Raum für Entspannung und Freizeitaktivitäten gegeben werden sollte.

Darüber hinaus wird argumentiert, dass viele Schüler außerschulische Aktivitäten wie Sport, Musik oder ehrenamtliche Arbeit haben, die ihnen helfen, ihre Talente und Interessen zu entwickeln. Hausaufgaben können jedoch diese Aktivitäten beeinträchtigen und zu Stress und Erschöpfung führen.

Ein weiterer Aspekt, der von den Gegnern der Hausaufgaben hervorgehoben wird, ist die Ungleichheit, die durch die Vergabe von Hausaufgaben entstehen kann. Nicht alle Schüler haben zu Hause die gleichen Ressourcen oder Unterstützung, um die Aufgaben erfolgreich zu erledigen. Dies führt zu einer Kluft zwischen denjenigen, die Hilfe von ihren Eltern oder Nachhilfelehrern erhalten können, und denjenigen, die diese Unterstützung nicht haben. Durch die Abschaffung der Hausaufgaben könnten Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit in der Bildung gefördert werden.

Auf der anderen Seite argumentieren die Befürworter der Hausaufgaben, dass sie eine wichtige Rolle bei der Vertiefung des im Unterricht erlernten Wissens spielen. Hausaufgaben bieten Schülern die Möglichkeit, das Gelernte zu üben, zu festigen und anzuwenden. Sie fördern auch die Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und das Zeitmanagement der Schüler, indem sie ihnen helfen, ihre Arbeitsgewohnheiten zu entwickeln. Zudem ermöglichen Hausaufgaben den Lehrern, den Lernfortschritt der Schüler zu überprüfen und individuelle Unterstützung anzubieten.

Ein weiterer Punkt, der von den Befürwortern der Hausaufgaben angeführt wird, ist die Vorbereitung der Schüler auf die Anforderungen des späteren Lebens. In vielen Berufen und im Hochschulstudium ist es notwendig, eigenständig zu arbeiten und Aufgaben außerhalb der regulären Arbeitszeit zu erledigen. Hausaufgaben könnten daher als eine Art Training dienen, um Schüler auf diese Realität vorzubereiten.

Angesichts dieser kontroversen Standpunkte bleibt die Frage bestehen, ob Hausaufgaben wirklich abgeschafft werden sollten. Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, das Konzept der Hausaufgaben zu überdenken und alternative Methoden zu finden, um den Lerneffekt zu erreichen, ohne die Schüler zu überlasten. Flipped-Classroom-Ansätze, bei denen Schüler das Lernen zu Hause vorbereiten und im Unterricht anwenden, könnten beispielsweise eine Möglichkeit sein, das Beste aus beiden Welten zu vereinen.