Wehrpflicht? Nein danke!

In Deutschland wird aktuell über die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert. Dabei wird oft übersehen, welche Auswirkungen diese Entscheidung auf junge Menschen hätte. Zum einen wäre die Wehrpflicht ein Eingriff in die persönliche Freiheit. Denn Wehrpflicht bedeutet, dass der Staat entscheidet, was junge Menschen nach der Schule machen müssen. Es wären also auch diejenigen betroffen, die sie eigentlich nicht ausführen möchten. Aber sollte nicht jeder selbst über seine Zukunft bestimmen dürfen? Vor allem in dieser Lebensphase, in der viele vor wichtigen Entscheidungen stehen: Ausbildung, Studium, Auslandsjahr oder einfach erstmal Orientierung. Die Wehrpflicht würde diese Pläne unterbrechen oder verschieben, was zur Verzögerung oder Verschiebung der Karrierewege führen kann, ohne dass die Betroffenen das wollen.

Ein großes Problem der Wehrpflicht ist die fehlende Motivation. Menschen, die zu etwas gezwungen werden, machen es oft nur, weil sie müssen, nicht weil sie wollen. Das wirkt sich dann auf die Qualität der Arbeit aus. Ein Modell, welches dies beschreibt, ist die Reaktanztheorie nach Jack Brehm, welche die psychologischen Folgen einer wahrgenommenen Freiheitseinschränkung beschreibt. Brehm vermutet, dass es dabei häufig zu einer gegenteiligen Handlung kommt (laut Spektrum der Wissenschaft). Motivation und Qualität sind aber im militärischen Bereich sehr wichtig. Die Soldaten müssten eine große Verantwortung übernehmen. Ist die Motivation also nicht gegeben, kann das erhebliche Auswirkungen haben.

Ein weiteres Argument gegen die Wehrpflicht ist die Frage, ob sie überhaupt wirksam wäre. Kritiker bezweifeln, dass eine Armee aus kurz ausgebildeten Soldaten wirklich sinnvoll funktionieren würde. Denn die Ausbildung dauert nur wenige Monate. In dieser kurzen Zeit können die Wehrpflichtigen die Grundlagen lernen, jedoch nicht das gleiche Niveau erreichen wie professionelle Soldaten, die sich freiwillig für diesen Beruf entschieden haben. Um die nötige Technik und Erfahrung zu bekommen, werden gut ausgebildete Fachkräfte benötigt, die lange im Dienst bleiben, und nicht ständig neue, unerfahrene Personen, die nach kurzer Zeit wieder gehen.

Bei der Wiedereinführung müssen auch die Kosten und die Militarisierung berücksichtigt werden. Aber was bedeutet eigentlich „Militarisierung“?

Militarisierung bezeichnet den Prozess, bei dem militärische Denkweisen, Werte und Symbole immer mehr Einfluss auf die gesamte Gesellschaft gewinnen. Die Gefahr besteht darin, dass Probleme zunehmend militärisch statt durch Verhandlungen und Diplomatie gelöst werden oder die Anwesenheit von Soldaten im Alltag als „normal“ empfunden wird. Dadurch rückt der Krieg näher in das Bewusstsein der Bevölkerung. Wenn ganze Generationen junger Männer zum Wehrdienst verpflichtet werden, dann wird der Umgang mit Waffen normal. Wollen wir das?

Bei zwei Befragungen aus dem Jahr 2025 ( Forsa-Studie und ZMSBw-Bevölkerungsbefragung) gaben 59% an „wahrscheinlich nicht“ oder „definitiv nicht“ bereit zu sein, das Land militärisch zu verteidigen. 57% der Deutschen lehnen es ab, Deutschland im Falle eines Angriffs mit der Waffe zu verteidigen.

Bei dem Thema Wehrpflicht wird oft vergessen, wie viele Ausgaben dies für den Sozialstaat verursachen könnte. Eine Ifo-Studie zeigt, dass eine Wiedereinführung bis zu 70 Milliarden Euro kosten würde und zwar für den Sold der Soldaten, Unterkünfte, Essen, Kleidung, Ausrüstung, Kasernen, Ausbilder und weiteres Personal. Dieses Geld würde an anderer Stelle fehlen, wie zum Beispiel an Schulen, Krankenhäusern oder an der maroden Infrastruktur.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass durch die Wehrpflicht junge Menschen später in den Beruf starten und später Steuern zahlen. In einem Szenario, in dem der gesamte Jahrgang (100%) eingezogen würde, beziffert das IFO-Institut den Verlust an Wirtschaftsleistung auf bis zu 70 bis 79 Milliarden Euro pro Jahr.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Wehrpflicht und die dadurch entstehende Militarisierung der Gesellschaft einige Gefahren mit sich bringen. Hinzu kommen der Eingriff in die persönliche Freiheit, die Reaktanz und die kurze Ausbildung. Interessant ist auch die relativ große Ablehnung der Bevölkerung, das Land militärisch (mit Waffen) zu verteidigen. Erschreckend erscheinen auch die hohen Kosten von ca. 140 Milliarden Euro für die Einführung der Wehrpflicht und den Verlust der Wirtschaftsleistung. Wollen wir diese Kosten tragen? Wir denken nicht.

Änderung des Wehrpflichtgesetzes: Männer zwischen 17 und 45 Jahren müssen Auslandsreisen grundsätzlich genehmigen lassen.

In Deutschland gibt es seit dem 1. Januar eine neue Regel, die viele Männer betrifft – auch wenn sie bisher kaum bekannt ist. Konkret geht es um Männer im Alter zwischen 17 und 45 Jahren. Diese sollen laut Wehrdienst-Modernisierungsgesetz vom 1. Januar 2026 längere Aufenthalte im Ausland vorher genehmigen lassen. Das Verteidigungsministerium hat allerdings klargestellt, dass aktuell niemand eine solche Genehmigung beantragen muss. Das bedeutet: Wer länger als drei Monate ins Ausland möchte, kann das derzeit weiterhin ohne Einschränkungen tun. Laut Gesetz ist zwar eine Genehmigung der Bundeswehr grundsätzlich vorgesehen, sie gilt aber in der gegenwärtigen Lage pauschal als erteilt. Zuständig wären im Ernstfall die sogenannten Karrierecenter der Bundeswehr.

Neu ist vor allem, dass diese Regel jetzt auch in Friedenszeiten gilt. Eine ähnliche Pflicht bestand bereits während des Kalten Krieges, sie hatte aber keine praktische Bedeutung, weil Verstöße nicht geahndet wurden. Auch jetzt seien Sanktionen, so SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius, vorerst nicht geplant.

Hintergrund der Anpassung des Wehrdienstgesetzes ist, dass der Staat besser planen möchte: Im Kriegsfall soll klar sein, welche Männer sich im In- bzw. Ausland befinden und eingesetzt werden könnten. Das wird auch als „Wehrerfassung“ bezeichnet. Die Ministeriumssprecherin sprach von „Vorsorge“ für den Fall, dass sich die Sicherheitslage verschlechtert. Sollte dies eintreten oder sich nicht genug Freiwillige für den Wehrdienst melden, könnte die Genehmigungspflicht wieder scharfgestellt werden.

Juristen sehen in der Genehmigungspflicht einen erheblichen Eingriff in die allgemeine Handlungsfreiheit nach Artikel 2 Absatz 1 Grundgesetz. Ihr eigentlicher Zweck — die Erreichbarkeit von Wehrpflichtigen sicherzustellen — gehe ins Leere, solange gar keine Wehrpflicht bestehe. Die Regel stehe damit verfassungsrechtlich „auf wackeligen Füßen“; sauberer wäre eine Klarstellung direkt im Gesetz statt nur per Verwaltungsvorschrift.

Eine erste Bilanz wird im Sommer erwartet, ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Reform. Dann soll sich zeigen, ob sich genügend Männer und Frauen freiwillig melden. In der Koalition gehen die Vorstellungen auseinander: Die Union setzt auf verpflichtende Elemente, die SPD auf Freiwilligkeit.

Wehrpflicht im Vereinigten Königreich

Israel, Gaza und die Ukraine – aktuell gibt es viele Konflikte und Kämpfe in nahen und fernen Ländern. Dadurch werden viele Fragen zu Verteidigungsmaßnahmen und damit auch zur Wehrpflicht gestellt. Sollte sie wieder eingeführt werden? Wenn ja, wie genau soll sie aussehen? In diesem Text stelle und erkläre ich die wichtigsten Fragen.

Wie würde Wehrpflicht in der Zukunft aussehen?

„Military Conscription“ oder „Compulsory Military Service“ gab es im Vereinigten Königreich erst zweimal: von 1916–1920 und von 1939–1960. [4] Es gibt viele Möglichkeiten, wie eine Wehrpflicht heute aussehen könnte, und da die jetzige Regierung nach eigener Aussage keine Pläne hat, diese wieder einzuführen [5], gibt es aktuell noch kein festes Konzept. Es gibt aber eines, das mit Abstand am meisten diskutiert wird. Die Grundidee wäre ein Jahr Wehrdienst. Das Besondere am Wehrdienst im Vereinigten Königreich ist, dass alle vier Länder zusammen die Menschen in eine große Armee (the British Armed Forces) einziehen. Du kannst den Wehrdienst natürlich auch verweigern; in der Ausgestaltung des Ersatzdienstes liegt der Hauptunterschied zu Deutschland. Im Vereinigten Königreich würde der „soziale Dienst“ (die Alternative zum Wehrdienst) aus ehrenamtlichen Tätigkeiten am Wochenende bestehen. Also müsstest du dich ein Jahr lang am Wochenende bei sozialen Einrichtungen wie zum Beispiel Altersheimen oder im Naturschutz engagieren.

Wie steht die Bevölkerung zur Wehrpflicht?

Obwohl das Vereinigte Königreich ein Staat ist, der aus mehreren Ländern (England, Schottland, Wales und Nordirland) besteht, ist die Meinung zur Wehrpflicht laut der aktuellsten Umfrage vom 28.5.2024 von YouGov [1] in den verschiedenen Ländern ziemlich einheitlich. 21 % sind stark dafür, 26 % sind eher dafür, 15 % sind eher dagegen und 30 % sind stark dagegen. Der Rest ist unentschlossen bzw. hat keine Meinung. Zu beachten ist, dass die Umfrage zeitlich nicht ganz aktuell ist, aber immer noch Aussagekraft hat, da einer der wichtigsten Punkte in der Wehrpflichtsdiskussion der Überfall Russlands auf die Ukraine ist und dieser zu diesem Zeitpunkt schon längst stattgefunden hatte (24.2.2022) [2]. Ebenfalls zu beachten ist, dass Veränderungen des Meinungsbildes möglich sind, aufgrund der politischen Entwicklungen, die in der zweiten, noch laufenden Amtszeit Donald J. Trumps entstanden sind, wie etwa die Drohung Amerikas, die NATO zu verlassen [3]. Interessant ist, dass Faktoren wie Geschlecht und sozialer Stand kaum Auswirkungen auf die Ergebnisse der Befragung hatten, im Gegensatz zum Alter. [1] Man kann im Grunde sagen, dass je älter die Befragten sind, desto eher sind sie für die Wehrpflicht, mit einer starken Ablehnungsrate von 45 % bei den 18–24-Jährigen und 18 % bei den über 65-Jährigen.

 

Demokratiegefährdung durch soziale Medien

Seit der Einführung der Demokratie versucht sich das System zu schützen und diverse Krisen zu überwinden. Neue Arten der Verbreitung von verschiedenen Medien stellen teils große Herausforderungen für das System dar, besonders Social Media. Welche Gefahr bergen die sozialen Medien also für unsere Demokratie?

 

Der Unterschied zwischen Echokammern und Videos, die Millionen Nutzer erreichen.

Das Problem der Verbreitung von Meinungsbildnern durch soziale Medien liegt im Algorithmus der Plattformen. Der Algorithmus ist eine Software, die bestimmt, welche Beiträge der Nutzer vorgeschlagen bekommt. So werden dem Nutzer hauptsächlich die Inhalte angezeigt, die ähnlich sind zu denen sind, die ihn zuletzt interessiert haben, die seine Freunde interessierten oder jene, die generell viel Aufmerksamkeit bekommen haben.

In diesem System entstehen Echokammern. Eine Echokammer ist, wenn Individuen nur noch Medien ihrer eigenen Meinung oder politischen Position sehen und somit dieses Meinungsbild weiter verstärkt wird. Betroffene fangen an, die eigene Meinung nicht mehr als kontrovers zu betrachten, da sie so viele gleiche Inhalte sehen. Das führt schnell zu dem Trugschluss, dass die eigene Meinung gesellschaftlicher Konsens sei und von vielen anderen Personen geteilt wird. Dabei entsteht dieses einseitige Bild gezielt durch den Algorithmus der Plattformen.

Ein weiteres Problem besteht in der Aufmerksamkeit, welche kontroverse Meinungen häufig erzeugen. Wenn beispielsweise ein Extremist ein polarisierendes Video postet und dies dann einen Nutzer interessiert oder verwundert, schaut dieser sich eventuell das ganze Video an und leitet es vielleicht sogar weiter, um Freunden von der Absurdität dieses Videos zu berichten. Doch beide Handlungen versteht der Algorithmus als Grund, dieses Video anderen Personen vorzuschlagen. So können extremistische Videos in den sozialen Medien schnell viral gehen und eine riesige Reichweite erzeugen.

Warum stellen soziale Medien überhaupt eine Gefährdung für die Demokratie dar?

Das Problem bei einer neuen Art der medialen Verbreitung ist, für die Demokratie ein Gleichgewicht aus einer Vielfalt von Meinungen und unterschiedlichen Inhalten zu bewahren.

Echokammern machen dies sehr schwierig und führen zu Gruppen, die immer extremer werden. So folgt aus millionenfach geklickten Videos von Extremisten insgesamt eine Radikalisierung der Gesellschaft. Genau diese Radikalisierung der Meinungsbilder stellt eine Gefahr für die Demokratie dar.

Was führt zu einer Drogensucht? Drogen, oder?

Wenn konfrontiert mit der Frage „Was führt zu einer Heroinsucht?“ antworten viele mit „Naja, Heroin macht heroinabhängig, richtig?“. Und von einem chemischen Standpunkt aus betrachtet stimmt das schon. Es gibt chemische Haken im Heroin, die unser Körper anfangen würde, physisch zu brauchen. Wenn zum Beispiel 20 Leute 20 Tage Heroin konsumieren würden, würden sie am 21. Tag das Heroin brauchen. Sie würden sich körperlich danach sehnen. Aber stimmt das wirklich?

Stellen wir uns ein Szenario vor. Wenn einer von uns hier rausgeht, von einem Bus angefahren wird und sich die Hüfte bricht, wird er ins Krankenhaus gebracht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass man ihm eine Menge Diamorphin verabreichen wird. Diamorphin ist Heroin. Es ist auch viel besser als das Heroin, das man auf der Straße bekommt, denn es ist medizinisch rein, richtig? Es ist wirklich starkes Heroin. Es wird ihm über einen längeren Zeitraum verabreicht. Das geschieht in jedem Krankenhaus der entwickelten Welt, nicht wahr? Wenn das, was wir über Sucht denken, richtig ist, dann sollten diese Menschen als Süchtige entlassen werden. Jedoch erwartet man trotzdem nicht, dass seine Großmutter durch ihre Hüftoperation zu einem Junkie geworden ist. Also stimmt hier etwas nicht. Entweder ist meine Oma tatsächlich ein Junkie und sie verheimlicht es, oder Drogen wirken nicht wirklich so, wie wir denken.

Der Irrglaube über die Natur der Drogensucht geht ursprünglich auf eine Reihe von Experimenten zurück, die im frühen 20. Jahrhundert durchgeführt wurden. Diese Experimente sind richtig simpel, so unkompliziert, dass man sie sogar zuhause durchführen könnte. Setze eine Ratte in einen Käfig und gib ihr zwei Wasserflaschen. Eine ist nur Wasser, die andere ist mit Heroin oder Kokain versetzt. Wenn man das macht, wird die Ratte fast immer das mit Drogen versetzte Wasser bevorzugen und sich somit schnell selbst töten, nämlich innerhalb von ein paar Wochen. Das ist es also. Das Rätsel ist gelöst.

Das war so, bis Bruce K. Alexander, ein kanadischer Psychologe, 1978 die Rattenpark-Studie durchführte und damit das Verständnis von Sucht revolutionierte. Bruce sagte: „Nun, wartet mal einen Moment. Wir setzen die Ratte in einen leeren Käfig. Sie hat nichts zu tun. Versuchen wir es doch mal anders.“ Also baute Bruce den Rattenpark. Der Rattenpark ist wie ein Paradies für Ratten, wo sie alles haben, was sie brauchen könnten. Sie haben Bälle und Räder zum Spielen, sie haben leckeres Futter, und vor allem haben sie andere Ratten, mit denen sie sich vergesellschaften und paaren können. Und sie haben wieder die zwei Wasserflaschen. Interessant ist, dass die Ratten im Rattenpark das mit Drogen versetzte Wasser nicht mögen. Sie trinken kaum etwas davon. Selbst wenn sie aus der mit Drogen gefüllten Flasche tranken, taten sie dies nur gelegentlich, nicht zwanghaft, und keine einzige Ratte hatte eine Überdosis.

Zur gleichen Zeit wie der Rattenpark fand etwas anderes sehr Interessantes statt, was ebenfalls die gleiche Sache zeigt. Im Vietnamkrieg haben zwanzig Prozent der amerikanischen Truppen in Vietnam viel Heroin konsumiert. Und wenn man sich die Berichte aus dieser Zeit anschaut, waren sie wirklich besorgt. Sie dachten – weil sie an die alte Theorie der Abhängigkeit glaubten – „Mein Gott, diese Jungs werden alle nach Hause kommen, und wir werden eine Menge Heroinabhängige auf den Straßen der USA haben.“ Und was geschah? Sie kamen nach Hause, und fast alle hörten einfach auf, denn wenn man aus einem höllischen Dschungel herausgeholt wird, in dem man nicht sein will, in dem man jeden Moment sterben kann, und man in ein nettes Leben in Wichita, Kansas, zurückkehrt, kann man es ertragen, in seinem Leben präsent zu sein. Vergiss die Drogengesetze, Alkohol ist doch nicht illegal, oder? Aber wir sehen nicht überall jede Menge Betrunkene. Zumindest nehme ich an, dass wir das nicht tun. Das liegt daran, dass die meisten Menschen etwas zu tun haben, was sie tun wollen. Sie haben Dinge, für die sie in ihrem Leben präsent sein wollen.

Also zeigte Bruce, dass beide alten Theorien über Sucht falsch sind. Die erste Theorie besagt, dass es sich um ein moralisches Versagen handelt, dass man ein Hedonist ist, dass man zu viel feiert. Die andere besagt, dass die Sucht dich übernimmt, dein Gehirn wird übernommen. Bruce sagt, es liegt nicht an der Moral, es liegt nicht an dem Gehirn, es liegt an dem Käfig. Sucht ist größtenteils eine Anpassung an die Umgebung. Der derzeitige Kampf gegen Drogen basiert auf der Vorstellung, dass die Chemikalien die Sucht verursachen und dass wir diese Chemikalien physisch vom Angesicht der Erde entfernen müssen. Aber anscheinend sind es nicht die Chemikalien, sondern die Isolation und der Stress, die die Sucht verursachen. Das wirft plötzlich einen scharfen Kontrast dazu auf, dass wir den Süchtigen noch mehr Isolation und Stress auferlegen, um sie zum Aufhören zu bewegen, was wir derzeit auch tun.

Ein aktuelleres Beispiel hierfür war die Covid-Pandemie. Studien deuten darauf hin, dass nicht nur viele Arten des Drogenkonsums, sondern auch der Alkoholkonsum in den Vereinigten Staaten seit der Ausrufung des nationalen Notstands im März 2020 erheblich zugenommen haben, insbesondere bei Menschen, die an klinischen Angststörungen und Depressionen leiden, sowie bei Menschen, die COVID-19-bedingten Stress erleben. Die Forscher stellten fest, dass die Zahl der positiven Drogentests auf Fentanyl, Kokain, Heroin und Methamphetamin im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen ist. Eine Online-Umfrage ergab, dass Erwachsene, die vor der Pandemie monatlich oder seltener als wöchentlich Cannabis konsumierten, während der Pandemie mit größerer Wahrscheinlichkeit einen erhöhten nichtmedizinischen Konsum aufwiesen.

Laut der Umfrage von Monitoring the Future, die den Drogen- und Alkoholkonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen misst, ging dieser Konsum im Jahr 2021 jedoch deutlich zurück. Dies ist der größte Rückgang des Gesamtkonsums illegaler Drogen in einem Jahr seit Beginn der Umfrage im Jahr 1975. Diese Zahlen blieben im Allgemeinen auch im Jahr 2022 konstant.

Dies zeigt, dass Menschen, die in Situationen geraten, in denen sie isoliert sind und niemanden mehr haben, der ihnen bei der Überwindung von Stress und Angst hilft, sich dem falschen Trost und der Euphorie der Drogen zuwenden, um irgendeine Art von Ausweg zu finden. Die hilfreichste Lösung ist jedoch, sie nicht ohne angemessene Hilfe in noch belastendere Situationen zu zwingen, sondern sie einfach aus dieser Situation herauszuholen. Außerdem sollten wir nicht nur Menschen in solchen Situationen helfen, sondern auch verhindern, dass diese Situationen überhaupt entstehen. Im Kampf gegen Drogen ist unsere beste Waffe der Aufbau einer Zukunft, in der die meisten Menschen etwas haben, wofür sie leben wollen.

Quellen:

Zwischen Überflieger und Unterkurs – Leistungsdruck im schulischen Kontext

Die Schule setzt Schüler nahezu aller Altersklassen unter Druck, daran besteht kein Zweifel. Auch die renommierte Wochenzeitung ZEIT berichtete erst diesen Januar über Druck seitens der Schule, bereits Achtjährige seien hiervon beeinflusst. Andere Quellen stellen jedoch infrage, ob dieser Druck tatsächlich seitens der Schule ausgeübt wird. Auch das Elternhaus kann einen massiven Einfluss auf das individuelle Druckempfinden haben. Nicht zu vergessen ist zudem das gleichaltrige Umfeld. Helfen sich die Klassenmitglieder untereinander oder kommt es zu einer Art internem Wettbewerb?

Dass Druck in vielen Fällen zu ungesunden Angewohnheiten bis hin zu psychischen Leiden führen kann, ist kaum anzweifelbar. Dennoch stellt sich die Frage, wie die Situation an unserer Schule einzustufen ist. Mithilfe einer Umfrage wollen wir auf diese Frage eingehen. Die 80 Teilnehmer der Umfrage stammen dabei aus verschiedenen Jahrgängen und werden anonym behandelt. Es sind verschiedene Notenbilder in der Umfrage vertreten, welche mit einem Gesamtdurchschnitt des letzten Zeugnisses von 1,96 zahlreiche gute und sehr gute Notenbilder einschließen, jedoch auch Schnitte im 3er- bis 4er-Bereich enthalten.

Es überrascht kaum, dass die Gesamtempfindung des Drucks nicht nennenswert von den bundesweiten Trends abweicht. Durchschnittlich würden die Befragten auf die Frage, ob die Schule sie stresse mit „Trifft eher zu“ antworten (zur Auswahl stehen „Trifft nicht zu“, „trifft eher nicht zu“, „trifft eher zu“ und „trifft zu“). Interessant ist jedoch die Abweichung von diesem Mittelwert, sofern nur Teilnehmer der 5. Klasse betrachtet werden (insgesamt 16), fällt hier die Antwort doch tatsächlich eher knapp zugunsten der Aussage: „Trifft nicht zu“, aus. Es gilt also herauszufinden, ob innerhalb der Altersklassen große Differenzen auszumachen sind. Zunächst steht jedoch die Frage im Vordergrund, wie der Druck, dem doch scheinbar auch die Schüler unserer Schule unterliegen, zustande kommt. Freunde und Familie scheinen hierbei in unserer Schule den Aussagen zufolge eine sekundäre Rolle zu spielen, schließlich ist zu notieren, dass auf die Frage, ob die Sorge, andere zu enttäuschen, verspürt werde, im Mittel eine Antwort zwischen „trifft eher zu“ und „trifft eher nicht zu“ gegeben würde, aber keine sich aufdrängende Antwort, die diese These bestätigen würde, vorzufinden ist.

Dennoch darf nicht vergessen werden, dass bisher überwiegend Mittelwerte in die Betrachtung mit einbezogen wurden. Zwar erscheint über die Befragten gemittelt kein nennenswerter Ausschlag zugunsten eines Drucks durch die Sorge zu enttäuschen, für 39 Personen ist dieser Druck jedoch durchaus real. Beruhigend ist in dieser Hinsicht allerdings, dass im Durchschnitt jeder Befragte sieben Freunde alleine in seiner Klasse zählen kann. Es herrscht in einigen Fällen zwar augenscheinlich ein inneres Bedürfnis vor, den Erwartungen der anderen gerecht zu werden, es scheint jedoch nur in Ausnahmefällen das Problem sozialer Isolation in den Klassen die inneren Unruhen zu begünstigen. Diese Feststellung wird nicht zuletzt dadurch gestützt, dass die Befragten mehrheitlich angeben, sich in ihrer Klasse anerkannt zu fühlen. Die Ursache des schulischen Drucks scheint vielmehr in den Noten zu liegen, als in sozialen Problemen. Zwar wird mehrheitlich angegeben, nicht als Vorbild wahrgenommen zu werden, viel interessanter erscheint jedoch, dass die eigenen Noten insgesamt eher unter Druck setzten als zu Zufriedenheit führten, so die Befragten. Und das obwohl die meisten auf der anderen Seite behaupten, sich an ihren guten Noten zu erfreuen. Kaum eine andere Frage konnte ein derart klares Ergebnis liefern. Lediglich die Tatsache, dass die eigenen Noten mit einem gewissen Aufwand verbunden seien, wird ebenso bereitwillig unterstützt.

Die Tendenz ist also klar. Die meisten Befragten fühlen sich durch ihre Noten unter Druck gesetzt. Sie geben an, dass ihnen schulische Noten tendenziell eher viel bedeuteten und sie daher eher das Gefühl hätten, liefern zu müssen. Schlechte Noten seien dabei eher frustrierend und gerade Klausuren gingen oft mit Druck einher. Im Durchschnitt sind die Schüler unserer Schule dabei scheinbar recht hart zu sich selbst, schließlich wird bereits die Note 3- (7 Punkte) als frustrierend empfunden.

Doch versuchen wir einmal etwas Distanz von den rein statistischen Ergebnissen zu gewinnen, um diese besser einordnen zu können. Die Zeitschrift Geo schreibt über Druck im Arbeitsumfeld: „Psychischer Druck wird heutzutage am häufigsten durch das Gefühl ausgelöst, nicht ausreichend Zeit für eine Aufgabe zu haben“. Eine Aussage, die durchaus auch im schulischen Rahmen zutrifft. Zu sehen ist dies nicht zuletzt an den Verbesserungsvorschlägen, die die Befragten hinsichtlich des Systems Schule äußern. Arbeiten sollten reduziert werden, oder mündliche Noten zumindest stärker gewichtet werden, der Stress müsse allgemein verringert werden. Auch Hausaufgaben und die Verteilung von Klausuren über das Schuljahr böten Verbesserungspotential, so die Schülerschaft. Darüber hinaus wird darum gebeten, den Ankündigungszeitraum für Klausuren/Klassenarbeiten auszuweiten, um mehr Vorbereitung zu ermöglichen. All dies stellt sicherlich nur einen kleinen Anteil der Vorschläge dar, signalisiert jedoch: Die Problematik ist bekannt. Zeitliche Engpässe spielen eine maßgebliche Rolle im Zusammenhang mit schulischem Stress.

Und dieser ist in seiner Auswirkung nicht unerheblich. Er werde unruhig, perfektionistisch, hart zu sich selbst, gibt ein Teilnehmer der Umfrage an. Ein anderer notiert, seine Aufmerksamkeit sinke und er beginne zu schwitzen. Andere Schüler geben gar an, sie besäßen keine Motivation mehr, verhielten sich nahezu depressiv bis autistisch und litten unter Schlafstörungen. Wieder andere sehen die negativen Auswirkungen vorwiegend in der verminderten Ausprägung ihres Privatlebens.

Interessant sind dabei insbesondere ein  Aspekt. So scheint trotz der von mehreren angegebenen Probleme im sozialen Kontext, offensichtlich keine langfristige Isolierung zu folgen, da diesbezüglich kein Missstand unter den Befragten festgestellt werden kann. Einige Befragte geben gar an, sie fokussierten sich zwar durch den Stress auf sich selbst, helfen aber durchaus auch anderen. Ein durchaus relevanter Ansatz, ist doch die Annahme mehr als vakant eine soziale Isolation löse das Problem des notenbedingten Stresses, auch wenn die zeitlichen Engpässe in diesem Kontext nicht zu verkennen sind. Zudem ist es durchaus nicht nachteilig anderen zu helfen. Zum Teil trägt gerade die eigens ausgeführte Erklärung eines Sachverhaltes dazu bei, diesen genauer zu durchdenken und zu verstehen.

 

Guter Schüler, schlechter Schüler – Druckempfindung bei extremen Notenbildern

Es gibt sie in eigentlich jeder Klasse: Schüler, die scheinbar problemlos durch bestimmte Fächer kommen, denen die Schule nichts auszumachen scheint. Schnell wird sich des Klischees bedient, erausragend gute Schüler seien vor schulischen Sorgen gefeit. Aber ist dieses  Klischee wirklich begründet?

Ganz im Gegenteil gibt ein Befragter mit einem Durchschnitt jenseits der 1,0 an, sich gerade aufgrund der eigenen Probleme unter Stress zu isolieren, um anderen zu ersparen mit unter der Situation zu leiden. Ein anderer Befragter, dessen Schnitt mit 1,3 ebenfalls eine hervorragende Leistung darstellt, beklagt mentale Probleme, gibt an zwischenzeitlich weinen zu müssen, verzweifelt zu sein und Freizeitaktivitäten zum Teil fallen zu lassen, um mehr Zeit für die Schule aufbringen zu können. Gereiztheit, Überforderung, Burn-Out Situationen und eine Grundanspannung notiert ein dritter Teilnehmer mit identischem Notendurchschnitt. Und doch wirft gerade die Tatsache, dass schulische „Leistungsträger“ ebenfalls unter derartigem Druck leiden, weitere Fragen auf. „Es geht im Kern nicht um die Note, die jemand sich zum Ziel setzt, es geht vielmehr um den Toleranzbereich“, so eine anonyme Stimme. Die dahinterstehende Aussage ist durchaus schlüssig. Zeichnet man einmal das Bild eines ausgesprochen leistungsstarken Schülers, der sich zum Ziel setzt, eine 1 in einer Klausur zu schreiben, weil er der festen Überzeugung ist, diese Note erreichen zu können, so stellt sich folgendes Problem: Es bleiben lediglich zwei Optionen. Das Ziel kann erreicht werden, oder es wird verfehlt, da zumindest ein Übertreffen in der Mittelstufe eigentlich auszuschließen ist. Wird nun jede Art von Verfehlung des Ziels als Misserfolg gewertet, ist die Spanne der Möglichkeiten, die mit Zufriedenheit einhergehen, nur noch sehr klein. Was mit der Zeit verloren geht, ist daher das Gefühl des Erfolges, der nach und nach zu einer Art Notwendigkeit wird. Dabei fehlt die Freude, sich übertreffen zu können. Was zurückbleibt, ist somit überwiegend die Sorge vor dem Misserfolg. Tritt nun der Erfolg ein, erhöht dies den Druck auf die nächste Leistungskontrolle. Hier existieren nun die zwei Möglichkeiten, sein Notenbild zu halten, oder sich zu verschlechtern. Die potentielle Freude über die Noten leidet unter Umständen gar darunter, dass Sie lediglich als bereits errungene Leistung angesehen werden und nun als obligatorischer Anspruch angesehen werden. In gewisser Weise lässt sich somit eine Art Notensucht erahnen. Was zunächst absurd klingt ist ein durchaus reales Problem. So notiert die Berliner Zeitung: „Schüler werden regelrecht süchtig nach der Bestätigung von außen“ auch eine Stellungnahme der Süddeutschen Zeitung macht deutlich, es existiert eine Art Sucht nach Noten die nicht zuletzt durch Druck im Sinne einer Leistungsgesellschaft gefördert werde. Dabei ist an sich nichts verwerfliches an einer derartigen Sicht zu finden, sie ist verhältnismäßig zielorientiert und führt in der Regel zu einer gesteigerten Anerkennung. Lediglich der aus ihr resultierende Stress und die abnehmende Zufriedenheit stellen eine Parallele zu herkömmlichen Suchtkonzepten dar.

Doch selbst wenn die Situation des fiktiven Schülers nicht mit einer Sucht beschrieben werden kann, setzt ihn sein Notenbild nicht unwesentlich unter Druck. Unlängst hat sein Umfeld von seinen Leistungen erfahren. Es ist das allgemeine Bild entstanden, er schreibe ohnehin immer eine 1, obschon es hierfür keine Garantie gibt oder geben kann. Aus diesen Vorurteilen resultiert, verfehlt der Schüler sein eigenes Ziel, wird seine Unzufriedenheit unter Umständen dadurch gesteigert, dass er sich blöde Sprüche anhören muss oder zumindest eine Wertung seines Resultats auch durch andere erfolgt. Mit diesem Wissen im Hintergrund erscheint das Phänomen „unter Stress trotz überragender Leistungen“ deutlich plausibler.

Auch Leistungen unterhalb des Durchschnittes können frustrierend sein. Erreicht ein Schüler seine persönlichen Ziele schulischer Art durchweg nicht, stellt dies die Selbstwahrnehmung in Frage. Doch was für Auswirkungen resultieren daraus auf das Stressenpfinden?

Reduziert man die Umfrage auf alle Befragten mit Notenschnitten ab 3,0 steigt das Stressempfinden deutlich über den Durchschnitt.

Anders als beim Gegenbeispiel, Notendruck durch gute Noten,  ist der Grund hier auf den ersten Blick plausibler. Die ausstehenden zukünftigen Noten setzen den Schüler unter Druck, da er die Befürchtung hegt, sie könnten ihn, oder andere enttäuschen, denn auch letzteres spielt bei ebendieser Befragtengruppe eine bedeutsame Rolle. Selbstzweifel kommen auf. Und das in den meisten Fällen unbegründet, ist doch eine Person nicht nur als die Summe ihrer Noten oder Leistungen zu begreifen.

Notendruck am Gymnasium Horn – Wie brisant ist das Thema?

Das Thema Notendruck ist allgegenwärtig und wohl  aus keiner Schule gänzlich wegzudenken. Doch wie relevant ist das Thema wirklich?

Fassen wir die erhobenen Umfrageergebnisse zusammen, zeigt sich, dass auch das Gymnasium Horn in puncto Stress durch Schule nicht signifikant vom Bundestrend abweichen kann. „Fast jeder zweite Schüler (43 Prozent) leidet unter Stress. Das wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus: Ein Drittel der betroffenen Jungen und Mädchen hat Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schlafprobleme – das sind mindestens doppelt so viele wie bei den nicht-gestressten Schülern“, so eine Umfrage der DAK Krankenkasse von 2017. Was sich jedoch festhalten lässt ist, dass sowohl das obere Notenspektrum als auch das untere Notenspektrum von gewissen Drucksituationen besonders betroffen sind.

Weiter ist am Gymnasium Horn jedoch noch eine Abweichung des fünften Jahrgangs zu betrachten. Insgesamt geben die Befragten aus diesem Jahrgang durchaus an, Noten würden ihnen eher etwas bedeuten. Die Noten setzen sie jedoch gemäß der Antworten unterdurchschnittlich stark unter Druck und auch Klausuren scheinen hier noch ein geringeres Druckempfinden auszulösen. Ein Trend, der grundsätzlich begrüßenswert ist, bedeutet er doch unter Umständen eine größere Freude der Betrachteten Schüler am Alltag. Es ist jedoch fraglich, ob die Einstellung sich langfristig hält. Denkbar ist ebenfalls, dass Prozesse, wie der zunehmende Druck durch Gewöhnung an Noten oder aber auch Enttäuschungen erst mit der Zeit aufgebaut werden, einen Teil der gesammelten Erfahrungen im schulischen Kontext darstellen.

So oder so ist die Entwicklung auch in Zukunft im Auge zu behalten. Denn Stress und Druck münden schnell in weitaus beunruhigenderen Situationen: „Leichte depressive Verstimmungen bis hin zu schweren depressiven Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Im Vorschulalter sind ca. 1 % der Kinder und im Grundschulalter ca. 2 % betroffen. Aktuell erkranken etwa 3-10 % aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren an einer Depression“, so die Stiftung deutsche Depressionshilfe. Und ein Abgleiten in die Depression gilt es schließlich mit allen Mitteln zu verhindern, nicht zuletzt da oft Begleiterscheinungen wie Essstörungen auftreten. Auch wenn keine genauen Aussagen über den diesbezüglichen Stand unserer Schule getroffen werden können, liegt es nahe anzunehmen, dass auch hier der Bundestrend nicht gänzlich verkehrt liegen wird.

Es erscheint daher sinnvoll, sich bereits präventiv mit dem Thema Notendruck auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, dass Ausgleichsmöglichkeiten wie Hobbys geschaffen werden, die schulische Misserfolge auffangen können. Ebenso relevant ist, dass das eigene Selbstbild nicht lediglich an Noten festgemacht wird.

Konkludierend ist somit festzuhalten: Auch unsere Schule zeigt Probleme hinsichtlich des Leistungsdrucks. Der Hintergrund der Sorgen ist oft verständlich, es gilt jedoch zu verhindern, dass eine derartige Sorge in eine tatsächliche psychische Erkrankung mutiert. Gefragt ist das direkte Umfeld, aber auch eine Alltagsstruktur, die neben der Schule noch andere Ausgleichskomponenten zulässt. Denn Schule ist zwar ein wichtiger Schlüssel für das spätere Leben, soll jedoch Möglichkeiten und keine langfristigen Probleme oder Leiden schaffen.

Quellen

  • https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2024-01/leistungsdruck-grundschule-kinder-stress-lehrer Zitat: https://www.geo.de/wissen/gesundheit/20967-rtkl-psychische-belastung-wie-sich arbeitsstress-mit-einfachen-tricks#:~:text=Psychischer Druck wird heutzutage am,fühlen sich gehetzt und rastlos.
  • https://www.berliner-zeitung.de/zukunft-technologie/interview-mit-bildungsforscher-schulnoten machen-suechtig-li.57227
  • https://www.sueddeutsche.de/bildung/leistungsdruck-an-der-schule-fatale-gier-nach-guten noten-1.1960561
  • https://www.dak.de/dak/bundesthemen/fast-jeder-zweite-schueler-leidet-unter stress-2116176.html#/
  • https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/depression-in verschiedenen-facetten/depression-im-kindes-und-jugendalter#:~:text=Aktuell erkranken etwa 3-10,Angststörungen, Essstörungen und ADHS einhergeht.

Der Pygmalion-Effekt – Wie Erwartungen den Fortschritt formen

Die Erwartungen, die wir selbst und andere an uns stellen, nehmen Einfluss auf unser Handeln und die von uns erbrachte Leistung. Welche Auswirkungen hat der sogenannte Pygmalion-Effekt auf Schüler?

1965 führten Robert Rosenthal und Lenore Jacobson, zwei US-amerikanische Psychologen, ein Experiment durch, bei dem sie Grundschulkindern einen IQ-Test gaben und dann ihre Lehrer darüber informierten, welche Kinder durchschnittlich und welche Kinder „Aufblüher“ sein würden. Letzteres bezeichnet die zwanzig Prozent der Schüler, die ein „ungewöhnliches Potenzial für intellektuelles Wachstum“ zeigten. Daraufhin richteten die Lehrer ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Aufblüher, da sie von den Durchschnittskindern nicht zu viel erwarteten. Sie schufen ein angenehmeres Umfeld für die Aufblüher; sie schenkten ihnen mehr Zeit und Aufmerksamkeit, forderten sie häufiger auf, Antworten zu geben, und gaben ihnen ein ausführlicheres Feedback, wenn sie etwas falsch machten. Was die Lehrer jedoch nicht wussten war, dass die Aufblüher nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden und dieses Kriterium möglicherweise nicht erfüllten.

Dies ist eine der bekanntesten Studien über eine der Unterarten der sogenannten selbsterfüllenden Prophezeiungen”. Eine selbsterfüllende Prophezeiung ist eine Vorhersage, die ihre Erfüllung selbst bewirkt. Kurz gesagt, eine falsche Realität könnte aufgrund der psychologischen Reaktionen der Menschen auf Vorhersagen, Ängste und Sorgen im Zusammenhang mit der Zukunft tatsächlich zur Wahrheit werden. Ein wesentlicher Mechanismus ist: Menschen glauben an die Vorhersage. Deswegen agieren sie so, dass sie sich erfüllt. Es kommt zu einer positiven Rückkopplung zwischen Erwartung und Verhalten.

Die besondere Art der selbsterfüllenden Prophezeiungen, die hier untersucht wurde, heißt Pygmalion-Effekt”. Er ist nach dem griechischen Mythos von Pygmalion benannt, dem Künstler, der sich so sehr in die von ihm geschaffene, perfekte Statue verliebte, dass diese zum Leben erwachte. Nach dem Pygmalion-Effekt werden die von den Lehrern an die Schüler gestellten Erwartungen von den Schülern verinnerlicht und werden Teil ihres Selbstkonzepts, und sie handeln entsprechend ihrer inneren Überzeugungen über sich selbst.

Die Ergebnisse des Experiments bestätigen diese These. Als Rosenthal und Jacobsen nach acht Monaten die Intelligenz der Kinder erneut untersuchten, zeigten die Ergebnisse, dass die IQ-Werte der Aufblüher deutlich stärker gestiegen waren als die der Durchschnittsschüler, obwohl diese akademischen Aufblüher nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden waren. Die Aufblüher hatten im Durchschnitt zwei IQ-Punkte mehr im sprachlichen Ausdrucksvermögen, sieben Punkte mehr im logischen Denken und vier Punkte mehr im Gesamt-IQ. Das Experiment zeigte, dass die Erwartungen der Lehrer wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wirkten. Die Erwartungen der Lehrer hatten die Art und Weise verändert, wie die Kinder behandelt wurden, und dies hatte Auswirkungen auf ihre Fähigkeiten.

Diese Ergebnisse konnten auch bei Studenten repliziert werden. Studien, die in Algebra-Klassen an der Air Force Academy, bei Studenten der Ingenieurwissenschaften und an vielen anderen Universitäten durchgeführt wurden, bestätigten diese Ergebnisse. Sie kann auch am Arbeitsplatz beobachtet werden, wenn eine leitende Person ihre Erwartungen an die Leistung der Arbeitnehmer erhöht und dies tatsächlich zu einer Steigerung der Leistung der Arbeitnehmer führt.

Der Pygmalion-Effekt zeigt sich auch in unserem Schulsystem. Die Ergebnisse der Klassenarbeiten können den Erfolg eines Schülers in einem Fach stark beeinflussen, obwohl sie eigentlich nichts darüber aussagen. Die Klassenarbeiten messen oft nicht, wie gut ein Schüler in einem Fach ist, sondern wie gut der Schüler sich Informationen merken und sie in einer bestimmten Zeitspanne entsprechend anwenden kann. Jedoch haben viele andere Aspekte dabei einen Einfluss. Vielleicht kann der Schüler sich Informationen nicht gut merken, aber sie gut anwenden, wenn sie vorhanden sind. Vielleicht ist der Schüler gestresst, wenn er eine Aufgabe in kurzer Zeit erledigen muss, und vergisst deshalb Informationen in der Klassenarbeit. Vielleicht ist der Schüler mündlich immer sehr gut, aber kann sich schriftlich nicht so gut ausdrücken. Das sind Aspekte, die komplett unabhängig von dem Erfolg eines Schülers in einem Fach sind, jedoch den Erfolg in einer Klassenarbeit stark beeinflussen.

Dadurch bekommen Schüler oft Noten, die ihrem Potenzial gar nicht entsprechen, und die auch beeinflussen, wie sie von anderen Schülern und Lehrern betrachtet werden. Das kann dazu führen, dass diese Schüler nie ihr Potenzial erreichen, weil andere und sie selbst glauben, dass sie einfach nicht gut in dem Fach sind. Andererseits führt es auch zu Schülern, die ihr Selbstkonzept an die Fächer binden, in denen sie gut sind, was dann Selbstzweifel und sogar eine Identitätskrise riskiert, falls sie eine schlechte Note in diesem Fach bekommen. Dies kann bereits in der Grundschule beginnen, wo sich Lehrer und Eltern aufgrund ihrer schulischen Erfolge eine Meinung über die Schüler bilden, was oft unbewusst passiert, aber trotzdem den Erfolg eines Schülers stark beeinflusst.

Was könnte man also tun, um die negativen Folgen des Pygmalion-Effekts zu verringern und ihn zu Nutze machen, um die Schüler positiv zu beeinflussen? Man kann mehr Klassenarbeiten schreiben, die weniger Wert haben, Schüler, Lehrer und Eltern können über solche Effekte und ihre Folgen informiert werden, sodass negative Folgen möglichst verringert werden, und Lehrer und Eltern können positives und konstruktives Feedback und Unterstützung geben. Es gibt viele Möglichkeiten, es liegt nun an uns, sie zu verwirklichen.

 

Quellen:

https://www.simplypsychology.org/self-fulfilling-prophecy.html

https://en.wikipedia.org/wiki/Pygmalion_effect#:~:text=Rosenthal%20and%20Jacobson%20held%20that,leading%20to%20self%2Dfulfilling%20prophecy

https://www.sciencedirect.com/topics/psychology/self-fulfilling-prophecy#:~:text=Self%2Dfulfilling%20prophecy%2C%20also%20known,the%20prophesied%20or%20expected%20behavior

https://www.oppidaneducation.com/blog/the-pygmalion-effect-how-expectations-sculpt-progress

Der Dexit ist KEINE Alternative für Deutschland!

Lange war es selbst innerhalb der Reihen der AfD umstritten. War man als Antieuropäer auch für einen Dexit? Nun gehört der Austritt aus der europäischen Union längst dem Wahlprogramm der Alternative für Deutschland an. So äußerte sich erst Anfang dieses Jahres die AfD-Vorsitzende Alice Weidel in der Financial Times für einen deutschen Rückzug aus der EU. Daraufhin hagelte es ordentlich Kritik von den demokratischen Parteien. Laut ihnen gleiche ein Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union einem Selbstmordkommando. Doch wieso braucht Deutschland die EU und warum gefährdet die AfD durch ihre Dexit-Propaganda die Stabilität unseres Landes?

Der Begriff Dexit setzt sich wie der britische Brexit aus „Deutschland“ und „Exit“, also Austritt, zusammen. Der AfD zufolge beschränke die Europäische Union die Handlungsfähigkeit und Souveränität Deutschlands. Souveränität bezieht sich historisch auf den Nationalstaat und dessen Anspruch, unabhängig und nur dem eigenen Willen unterworfen zu sein. Seit der Gründung der EU setzen die Mitgliedstaaten auf eine „europäische Souveränität“. Die Mitgliedstaaten streben stets gesamteuropäische Lösungen an und angesichts der zunehmenden Konkurrenz hinsichtlich der Großmächte wie China oder den USA ist es für die Mitgliedstaaten von Vorteil. Die AfD-Parole einer eingeschränkten Handlungsfähigkeit ist faktisch falsch. Gerade durch die EU wird diese sogar erhöht.

Die Wissenschaft ist sich einig: die Folgen eines Dexits wären für Deutschland fatal. Erstens ermöglicht uns der europäische Binnenmarkt das große Ausmaß an Export. Ohne die EU würde es mit unserem Handel demnach bergab gehen. Zweitens leidet Deutschland bereits unter einem Fachkräftemangel. Ohne die Mitgliedschaft in der EU würden die Einwanderungsregeln verschärft werden und das Fachkräfteproblem vergrößert. Drittens würde Deutschland nach dem Dexit wirtschaftlich abhängiger werden von anderen wirtschaftsstarken Nationen wie China oder den USA. Außerdem würde Deutschlands Austritt aus der Europäischen Union Wladimir Putin weiter stärken und ihn ermutigen, seine Expansionsfantasien auf die europäischen Länder auszuweiten.

„Die AfD-Position ist nicht nur populistisch und widersprüchlich, sondern sie würde das Ende von Wohlstand und Autonomie Deutschlands bedeuten.“

Marcel Fratzscher, Präsident des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

Bereits ein Blick nach Großbritannien müsste genügen, um zu erkennen, wie schnell es mit einem Staat nach einem EU-Austritt abwärts gehen kann. Großbritannien hat auch vier Jahre nach dem Brexit noch mit den Wirtschaftsfolgen zu kämpfen. Seit dem 1. Januar 2021 ist das Land auch nicht mehr Mitglied der EU-Zollunion oder des Binnenmarktes. Dadurch kam es vor allem zu Beginn teils zu erheblichen Verzögerungen im Handel. Doch auch heute noch fehlt es infolge des Brexits etwa an Medikamenten. Zudem ist die wirtschaftliche Leistung Großbritanniens seit jeher um sechs Prozent gesunken. Umgerechnet kostet das Großbritannien jährlich ganze 163 Milliarden Euro.

Nicht zu vergessen ist, wie viel schwerer unser Alltag als deutsche Bürger werden würde. Aktuell dürfen wir dank der europäischen Mitgliedschaft frei innerhalb der EU reisen und haben auch einen Anspruch auf Studienplätze in einem anderen Mitgliedstaat. Ein Leben ohne die Europäische Union wäre dementsprechend mehr als nur ein totales Downgrade.

Stopp des Zigarettenverkaufs für zukünftige Generationen

In Großbritannien wurde gerade ein neuer Plan von dem Prime-Minister vorgeschlagen. Dieser schlug vor, Menschen, die nach 2008 geboren wurden, niemals an das Rauchen heranzuführen. Das würde durch eine annuale Erhöhung der Altersbeschränkung erreicht werden. Doch was sind die Risiken einer solchen Beschränkung, gibt es Erfolgschancen und würde sich so ein Vorgehen nicht auch für Deutschland anbieten?

 

Die Risiken

Das Hauptrisiko ist, dass so ein Nährgrund für einen florierenden Schwarzmarkt geschaffen wird. In Bhutan wurde 2004 Rauchen illegalisiert (bis auf kleine Mengen, auf welche eine 100 % Steuer erlegt wurde). Die Folge davon war, dass sich ein Schwarzmarkt bildete und selbst unter den Jugendlichen im Jahr 2006 nur 10,6 % noch keine Tabakwaren konsumiert hatten, welche von jenem Schwarzmarkt vermarktet wurden. (Q1)

Ist so ein Vorhaben überhaupt durchsetzbar, wie stehen die Chancen?

Häufig wird als Argument gegen eine Tabakbeschränkung die hohen Steuereinnahmen genannt, welche doch einen positiven Effekt auf Deutschland haben. Doch, ist dem wirklich so? Laut einer Studie von Tobias Effertz (Universität Hamburg) aus dem Jahr 2018 betragen die direkten Kosten des Staates durch Tabakwaren 30,23 Milliarden Euro (davon 27,31 in medizinischen Kosten) hierbei wurden die Steuereinnahmen von 14,3 Milliarden Euro schon gegengerechnet. (Q2)

Deutschlands Lage in der Diskussion

In der Europäischen Union sind Zigaretten relativ stark versteuert, laut der EU müssen Mitgliedsstaaten einen Steuersatz von circa 60 % des Kaufpreises erheben, diese 60 % werden von Deutschland um 9,3 % überstiegen, was aber im Vergleich zu der restlichen EU relativ gering ist. (Q3 & Q4). Deutschland bewegt sich momentan in die Richtung gegen Tabak, so wurde 2020 die Außenwerbung von Tabakprodukten illegalisiert (außer an sogenannten “Points of Sales” (Orte, welche Tabak vermarkten)) (Q5), aber Deutschland ist noch sehr weit von einem Verkaufsstopp entfernt, auch wenn die Anzahl an Rauchern stetig sinkt. Deutschland hat im globalen Vergleich relativ viele Raucher, so lag der Prozentsatz von Rauchern in Deutschland bei 23,8 % leicht über dem globalen Durchschnitt von 22,3 %. (Q6 & Q7)

Die Tabakindustrie Deutschlands

Die Tabakindustrie in Deutschland hat einen Gesamtumsatz von 12,4 Mrd. Euro erwirtschaftet (Q8), die Giganten in der deutschen Industrie sind die US-amerikanische Altria-Tochter Philip Morris (Marlboro, L&M), die deutsche Imperial-Tobacco-Tochter Reemtsma (R1, West, Gauloises) und der britische Hersteller British American Tobacco (Lucky Strike, HB, Pall Mall), welche sich über 80 Prozent des Marktes teilen. Auch hat Deutschland Tabakwaren im Wert von 3,13 Milliarden im Jahr 2021 exportiert und Waren im Wert von 3,32 Milliarden importiert (Q9).

 

Quellen

Q1: https://cdn.who.int/media/docs/default-source/ncds/ncd-surveillance/data-reporting/bhutan/bhu_gyts_report_2006.pdf?sfvrsn=da72987_1&download=true

Q2: https://www.bundestag.de/resource/blob/765190/19cef3f721d1f7b9a02a24b437e64d86/02-Effertz-data.pdf

Q3: https://taxation-customs.ec.europa.eu/taxation-1/excise-duties/excise-duties-tobacco_de

Q4: https://taxfoundation.org/data/all/eu/cigarette-tax-europe-2023/

Q5: https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/presse/detail/bundesrat-beschliesst-verbot-der-tabakaussenwerbung/

Q6: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/r/rauchen#:~:text=In%20Deutschland%20rauchen%20insgesamt%2023,in%20der%20Raucherquote%20zu%20beobachten.

Q:7 https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/tobacco#:~:text=Around%2080%25%20of%20the%20world’s,(WHO%20FCTC)%20in%202003.

Q8: https://de.statista.com/themen/45/tabak/

Q9: https://oec.world/en/profile/bilateral-product/tobacco-substitutes-424/reporter/deu?redirect=true

 

 

Hat das Spielen von Videospielen Auswirkungen auf die schulische Leistung?

Viele, die einen Computer oder eine PlayStation besitzen, haben von ihren Eltern sicherlich schon gehört, dass sie aufhören sollen, auf den Bildschirm zu starren, da sich dies negativ auf die eigene Gesundheit und auch auf die Schulnoten auswirken kann. Das Verbot solcher Spiele ist oft eine gängige Bestrafung, um die Noten zu verbessern, wenn letztere nicht das gewohnte Niveau erreichen. Daher stellt sich die Frage: Trifft das tatsächlich zu? Hat das Gaming einen nachteiligen Einfluss auf die schulischen Leistungen?

Eine neue Studie aus Australien behauptet das Gegenteil der gängigen Meinung. Laut dieser Studie kann das Spielen von Computerspielen sogar förderlich sein, da es sich positiv auf die kognitiven Fähigkeiten der Schüler auswirkt. Um in einem Spiel weiterzukommen, müssen Spieler häufig neue kreative Ansätze finden oder logisch kombinieren. Auch stärkt das Spielen den Durchhaltewillen und die Fähigkeit, nicht sofort aufzugeben, wenn man mal nicht weiterkommt. Dies sind extrem wichtige Eigenschaften, welche im späteren Berufsleben sehr gefragt sind. Es ist jedoch wichtig, zwischen Social Media und Online-Spielen zu unterscheiden, da Social Media eher einen negativen Einfluss ausübt. Deshalb kann man auch nicht festhalten, dass alle Videospiele hauptsächlich Vorteile besitzen –– es muss hier natürlich auf das Alter geachtet werden und auch die Art des Spiels hat große Relevanz bezüglich der Auswirkungen für den betroffenen Schüler.

Somit lässt sich feststellen, dass das Spielen von Videospielen und die Verschlechterung der schulischen Leistungen nicht zwangsläufig miteinander in Verbindung stehen. Dennoch kann dies nicht gänzlich ausgeschlossen werden, da exzessiver Konsum tatsächlich zu einer Verschlechterung führen kann. Oftmals sind allerdings andere Faktoren hierfür verantwortlich. Das Familienklima ist ein häufiger Auslöser für Probleme, die dann auf das Spielen geschoben werden. Bei einer schlechten Atmosphäre zu Hause fühlen sich Kinder oft emotional unter Druck gesetzt und können daher nicht die erwarteten Leistungen erbringen, was wiederum den Eltern Sorge bereitet. Dies führt zu einer Abwärtsspirale, die das eigentliche Problem nur noch verschlimmert.

Insofern lässt sich festhalten, dass es nicht fundiert wäre, das Videospiel als solches kategorisch als negativ zu einzustufen, ohne zumindest auf die Vorteile hinzuweisen. Die Art des Spiels und die Zeit, die in ein Spiel investiert wird, sind gleichwohl bedeutsame Faktoren bezüglich einer Schaden-Nutzen Analyse.

Wie in den meisten Fällen gilt: Die Menge macht das Gift!