Die Wehrpflicht in Schweden – Pflicht oder Freiheit
Das Militär wird in Europa immer weiter zu einer Sicherheitsgrundlage. Durch wachsende Bedrohungen gibt es in vielen Ländern die Diskussion über die Wiedereinführung des Wehrdienstes. In diesem Artikel beantworte ich die wichtigsten Fragen zum Wehrdienst in Schweden.
Seit wann gibt es eine Wehrpflicht in Schweden?
Die Wehrpflicht in Schweden wurde im Jahr 2010 durch einen freiwilligen Wehrdienst ersetzt. Es standen jährlich 3.500 Plätze für Männer und Frauen zur Verfügung. Im Schnitt wurden jedoch nur 2.200 Plätze in Anspruch genommen, nur in einem Jahr wurde die maximale Anzahl an Freiwilligen erreicht. Zu dem Zeitpunkt gab es in Osteuropa immer wieder Konflikte, weshalb das schwedische Parlament 2017 entschied, die Wehrpflicht für Männer und Frauen wieder einzuführen.
Wer soll den Wehrdienst leisten?
Geregelt wird die Wehrpflicht durch Fragebögen, die an alle Personen im Alter von 18 Jahren gesendet werden. Bei der Auswertung der Fragebögen wird vor allem geschaut, welche Personen motiviert sind Wehrdienst zu leisten und wer am besten geeignet ist. Laut dem Verband der deutschen Reservisten werden dadurch 30% der Befragten ausgewählt und in den Wehrdienst eingezogen.
Wie läuft der Wehrdienst ab?
Laut einem Bericht der Tagesschau vom 02.03.2017 dauert der Wehrdienst in Schweden etwa 9. bis 11 Monate. Rekruten und Rekrutinnen sollen neben dem militärischen Einsatz auch Zivilschutz bei Katastrophen und in Krisensituationen leisten.
Warum ist der Wehrdienst in Schweden so beliebt?
In Schweden versucht die Musterungsbehörde anhand der angegebenen Daten, die Stärken und Qualifikation für eine passende Stelle im Militär herauszufinden. Hier gibt es 250 verschiedene Möglichkeiten eingesetzt zu werden. Dazu kommt, dass der Wehrdienst in Schweden bei der Bevölkerung positiv angesehen wird, wie ein Interview vom Verband der deutschen Reservisten mit dem schwedischen Verteidigungsminister Pål Jonson sagt.
Welche Nachteile gibt es bei einem schwedischem Model?
Das schwedische Modell ist weniger gut für eine langfristige Rekrutierung geeignet, weil viele den Wehrdienst nur kurz ausüben und sich danach anderen Dinge, wie einer Ausbildung oder einem Studium widmen. Außerdem erscheint es für manche ein unfaires System zu sein, da nur ein Teil des Jahrgangs ausgewählt wird. Die Betroffenen fühlen sich teilweise benachteiligt, weil sie selbst eingezogen wurden und andere nicht. Dazu kommt ein sehr hoher organisatorischer Aufwand für die, die am Ende gar nicht den Wehrdienst leisten.



Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!