Eröffnung des ersten Arisierungs-Mahnmals in Deutschland

„Tempo“ oder „Kühne + Nagel“ und Arisierung, wo ist da der Zusammenhang?

In Bremen wurde am 10. September 2023 ein Denkmal zur „Arisierung“ eingeweiht. Deutschlandweit handelt es sich um das Erste seiner Art. Doch was bedeutet das Wort Arisierung?

Arisierung wird abgeleitet von dem Wort „Arier“, welches Herrenrassen oder auch Entjudung1 bedeutet und sich auf den Prozess der Ausbeutung und Verdrängung von Jüdinnen und Juden aus der Wirtschaft, ihren Wohnorten und Deutschland bezieht. Die Juden wurden hierbei von Nationalsozialisten dazu gedrängt, ihre Eigentümer, Wertgegenstände, Aktien sowie Immobilien für kleine Geldbeträge an „Deutsche“ abzutreten. Die Wohnungen und Häuser von geflohenen oder deportierten Juden – damals sogenannte „unbewachte jüdische Wohnungen” – wurden ebenfalls geplündert. Die Aktion wurde von den Nationalsozialisten als „Aktion M“ bezeichnet, wobei das „M“ für Möbel stand. Nutzen von dieser Aktion hatten die damaligen Bürger, die sich zum Beispiel an Immobilien, Möbeln und Aktien bereicherten. Die Speditionsunternehmen, die hauptsächlich für die Lagerung und den Transport der Möbel zuständig waren, konnten durch  die „Aktion M” großen Profit generieren. Ein gutes Beispiel dafür stellt die bremische Firma „Kühne + Nagel“ dar. Ihr internationaler Erfolg geht unter anderem auf die Ausbeutung während der NS-Zeit zurück. Genauso waren etliche staatliche Einrichtungen an dem Gewinn beteiligt, da sie ohnehin die Initiatoren und Koordinatoren der „Aktion M“ waren.

Arisierung: Wie viel ist bekannt?

Jüdische Unternehmer mussten während des Nationalsozialismus ihre Firmen verkaufen, da sie sonst schwerwiegende Sanktionen zu befürchten hatten. Heutzutage verschweigen jedoch unzählige Unternehmen ihre Vorgeschichte und schreiben nur beschönigende Worte zu ihrer Unternehmensgeschichte während der NS-Zeit. Beispielsweise berichtet das Papiertaschentücher-Unternehmen „Tempo“ auf seiner Homepage zu den Jahren 1935 bis 1950 von „[…] bereits 150 Mio. [produzierten] Tempo Taschentücher […], Ende der Dreißiger Jahre waren es sogar 400 Mio. Stück.“ Verschwiegen wird hier, dass sechs Monate nach der Machtübernahme Adolf Hitlers der Patentinhaber des Papiertaschentücher-Unternehmens Oskar Rosenfeld grundlos von der NSDAP vorgeladen und zu einer Geldstrafe von 12.000 Reichsmark verurteilt wurde. Dies ist auch kein Einzelfall geblieben. Oft wurden Juden aus kleinen sowie großen Unternehmen systematisch sanktioniert und gedrängt, ihr Unternehmen dem NS-Regime zu überlassen. Auch wenn diese Tatsachen den heutigen Unternehmen bekannt sind, verlieren manche in ihrer Unternehmensgeschichte oft kein Wort darüber. Wie auch? Wenn Informationen zur Verwicklung der Unternehmen mit dem NS-Regime immer noch unter Verschluss gehalten werden. Daher ist es der Öffentlichkeit nicht möglich, sich selbst ein Bild zu machen. So ist es nicht verwunderlich, dass das Ergebnis eine lückenhafte Geschichte ist.

In einem Interview mit der Schülerzeitung bei der Einweihung des Mahnmals in Bremen erklärt der Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte in Bezug auf die fehlende Information zur Verantwortung der Unternehmen zum Thema Arisierung mit der folgenden Ansicht: „Es kann sein, dass Unterlagen, wie es bei vielen Vorgängen und Verbrechen in der Nazi-Zeit war, bewusst vernichtet wurden oder im Krieg zerstört wurden“. Er fügt hinzu: „Vielleicht ist es aber auch so, dass man noch intensivere Forschungsarbeit braucht, damit man die entsprechenden Dokumente findet und für die Öffentlichkeit zugänglich macht.”

Der stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bremen, Dr. Grigori Pantijelew, unterstreicht die Problematik der Aufklärung über die Arisierung. Diese sei noch nicht fortgeschritten genug, da es eine „sehr komplizierte Verknüpfung zwischen persönlicher und behördlicher Verantwortung ist“. Herr Dr. Pantijelew wünscht sich daher ein Vorbild, jemand, der/die den ersten Schritt wagt und zu Verantwortung des Unternehmens steht. „[Der] erst beste Mann, der dafür geeignet ist […]“ wäre seiner Meinung nach Herr Kühne, dieser könnte im Gegensatz zu seinem Schweigen für Frieden in Bezug auf das Thema Arisierung sorgen.

Bremen und Arisierung, wo ist da der Zusammenhang?

Das Land Bremen hat während der Zeit des Nationalsozialismus eine aktive Rolle zur Arisierung übernommen, da sie gleichzeitig über einen Hafen verfügt und von Haus aus eine Logistik-Stadt ist. Damals wie heute hat das drittgrößte Logistikunternehmen der Welt, Kühne + Nagel, einen Sitz in Bremen und während des Nationalsozialismus wahrscheinlich sehr von der Arisierung profitiert. Das Bundesland hatte daher eine zentrale Rolle bei dem Abtransport der westeuropäischen jüdischen Eigentümer. Genaue Auskünfte dazu gibt das Unternehmen nicht bekannt. Des Weiteren bekennt es sich nicht zu seiner schwierigen Geschichte, denn auch Kühne + Nagel hat vor dem Nationalsozialismus einen jüdischen Anteil gehabt. Adolf Maass (geboren 9. Oktober 1875 in Borgholzhausen; gestorben vermutlich Anfang 1945 in Auschwitz) verfügte über einen Aktienanteil von 45%. Er wurde jedoch aus dem Unternehmen gedrängt und 1942 deportiert, sein Tod folgte circa 1945 im Konzentrationslager Auschwitz.

Welche Rückschlüsse können wir daraus ziehen?

Die letzten Zeitzeugen werden in den kommenden Jahren nicht mehr da sein, um uns an das Geschehene zu erinnern. Doch die Geschichte ist und bleibt ein Teil von uns. Wenn wir uns als Gesellschaft in Deutschland nicht mit ihr befassen, dann fehlt uns etwas. Uns sollte bewusst werden, dass die Vergangenheit wertvolle Lektionen lehrt. Indem wir sie ignorieren, machen wir sie nicht ungeschehen. Ein Grund mehr, uns mit unserer Geschichte zu befassen und Lehren aus ihr zu ziehen. So können vergangene Fehler vermieden werden und Vorurteile verschwinden – fast von selbst.

Was wäre das für eine Gesellschaft!? Vielleicht eine, bei der ein Polizeiaufgebot, wie es bei der Einweihung des Mahnmals zur Arisierung in Bremen, überflüssig wäre.

 

1. Das Wort Entjudung sollte nicht verwendet werden, da es zum NS-Vokabular gehört.

Stopp des Zigarettenverkaufs für zukünftige Generationen

In Großbritannien wurde gerade ein neuer Plan von dem Prime-Minister vorgeschlagen. Dieser schlug vor, Menschen, die nach 2008 geboren wurden, niemals an das Rauchen heranzuführen. Das würde durch eine annuale Erhöhung der Altersbeschränkung erreicht werden. Doch was sind die Risiken einer solchen Beschränkung, gibt es Erfolgschancen und würde sich so ein Vorgehen nicht auch für Deutschland anbieten?

 

Die Risiken

Das Hauptrisiko ist, dass so ein Nährgrund für einen florierenden Schwarzmarkt geschaffen wird. In Bhutan wurde 2004 Rauchen illegalisiert (bis auf kleine Mengen, auf welche eine 100 % Steuer erlegt wurde). Die Folge davon war, dass sich ein Schwarzmarkt bildete und selbst unter den Jugendlichen im Jahr 2006 nur 10,6 % noch keine Tabakwaren konsumiert hatten, welche von jenem Schwarzmarkt vermarktet wurden. (Q1)

Ist so ein Vorhaben überhaupt durchsetzbar, wie stehen die Chancen?

Häufig wird als Argument gegen eine Tabakbeschränkung die hohen Steuereinnahmen genannt, welche doch einen positiven Effekt auf Deutschland haben. Doch, ist dem wirklich so? Laut einer Studie von Tobias Effertz (Universität Hamburg) aus dem Jahr 2018 betragen die direkten Kosten des Staates durch Tabakwaren 30,23 Milliarden Euro (davon 27,31 in medizinischen Kosten) hierbei wurden die Steuereinnahmen von 14,3 Milliarden Euro schon gegengerechnet. (Q2)

Deutschlands Lage in der Diskussion

In der Europäischen Union sind Zigaretten relativ stark versteuert, laut der EU müssen Mitgliedsstaaten einen Steuersatz von circa 60 % des Kaufpreises erheben, diese 60 % werden von Deutschland um 9,3 % überstiegen, was aber im Vergleich zu der restlichen EU relativ gering ist. (Q3 & Q4). Deutschland bewegt sich momentan in die Richtung gegen Tabak, so wurde 2020 die Außenwerbung von Tabakprodukten illegalisiert (außer an sogenannten “Points of Sales” (Orte, welche Tabak vermarkten)) (Q5), aber Deutschland ist noch sehr weit von einem Verkaufsstopp entfernt, auch wenn die Anzahl an Rauchern stetig sinkt. Deutschland hat im globalen Vergleich relativ viele Raucher, so lag der Prozentsatz von Rauchern in Deutschland bei 23,8 % leicht über dem globalen Durchschnitt von 22,3 %. (Q6 & Q7)

Die Tabakindustrie Deutschlands

Die Tabakindustrie in Deutschland hat einen Gesamtumsatz von 12,4 Mrd. Euro erwirtschaftet (Q8), die Giganten in der deutschen Industrie sind die US-amerikanische Altria-Tochter Philip Morris (Marlboro, L&M), die deutsche Imperial-Tobacco-Tochter Reemtsma (R1, West, Gauloises) und der britische Hersteller British American Tobacco (Lucky Strike, HB, Pall Mall), welche sich über 80 Prozent des Marktes teilen. Auch hat Deutschland Tabakwaren im Wert von 3,13 Milliarden im Jahr 2021 exportiert und Waren im Wert von 3,32 Milliarden importiert (Q9).

 

Quellen

Q1: https://cdn.who.int/media/docs/default-source/ncds/ncd-surveillance/data-reporting/bhutan/bhu_gyts_report_2006.pdf?sfvrsn=da72987_1&download=true

Q2: https://www.bundestag.de/resource/blob/765190/19cef3f721d1f7b9a02a24b437e64d86/02-Effertz-data.pdf

Q3: https://taxation-customs.ec.europa.eu/taxation-1/excise-duties/excise-duties-tobacco_de

Q4: https://taxfoundation.org/data/all/eu/cigarette-tax-europe-2023/

Q5: https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/presse/detail/bundesrat-beschliesst-verbot-der-tabakaussenwerbung/

Q6: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/r/rauchen#:~:text=In%20Deutschland%20rauchen%20insgesamt%2023,in%20der%20Raucherquote%20zu%20beobachten.

Q:7 https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/tobacco#:~:text=Around%2080%25%20of%20the%20world’s,(WHO%20FCTC)%20in%202003.

Q8: https://de.statista.com/themen/45/tabak/

Q9: https://oec.world/en/profile/bilateral-product/tobacco-substitutes-424/reporter/deu?redirect=true

 

 

Warum lernen wir, was wir in der Schule lernen? 

Es ist Matheunterricht. Man lernt über lineare Gleichungssysteme. Von hinten kommt die Frage: „Wieso lernen wir das überhaupt?“. Die Antwort ist einfach: „Weil ihr das im Abitur machen müsst“. Die Antwort ist gut genug für diese Unterrichtsstunde und die Schüler hinterfragen es nicht mehr. Aber warum müssen wir das eigentlich im Abitur machen können? Was ist der Grund, außer dass wir es einfach machen sollen? Und brauchen wir das eigentlich in der Zukunft? 

In diesem Artikel geht es um die Fächer, die man in der Mittelstufe hat und in der Oberstufe nicht abwählen darf. Denn in der Oberstufe wählt man schon Fächer unter Berücksichtigung seiner Interessen oder seines gewünschten Berufs.

In der Grundschule lernt man grundlegende Lern-, Arbeits- und Sozialformen sowie mathematische, sprachliche und sachunterrichtliche Kompetenzen, wie zum Beispiel Lesen, Schreiben oder Rechnen. Das sind, wie gesagt, grundlegende Kompetenzen, die man braucht, um später fortbestehen zu können.

Das ändert sich in der Mittelstufe, wo die Fächer immer weiter fortgeschritten werden. In Mathe lernt man plötzlich über Gleichungen und Funktionen und in Deutsch muss man Gedichte analysieren und man fragt sich, wofür man das überhaupt im Leben braucht. Denn die Informationen scheinen nutzlos zu sein, solange man keinen Beruf in diesem Bereich hat. Man vergisst sie sowieso, nachdem man mit der Schule fertig ist. Hier sind die Fremdsprachen ausgeschlossen, denn es ist klar, warum man eine Fremdsprache lernt. Der Unterricht besteht meistens aus Grammatik oder Wörtern und Sätzen, die man im Alltag in dieser Sprache gebraucht, die Informationen sind nicht so fortgeschritten, dass man sie als unnötig bezeichnen kann. Aber sind die Informationen in den anderen Fächern wirklich nutzlos? Die Antwort ist ja. Aber das bedeutet nicht, dass der Unterricht bedeutungslos ist, weil man durch ihn unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten entwickelt.

In Mathe ist das Ziel nicht unbedingt, dass man am Ende lineare Gleichungssysteme lösen kann. Durch Mathe baut man geistige Disziplin auf und fördert logisches Denken und geistige Strenge. Man entwickelt logisches Schlussfolgern und analytisches Denken, weil es unterschiedliche Wege gibt, wie man eine Aufgabe lösen kann und man die Beste davon herausfinden und auswählen soll. Dadurch werden auch die Fähigkeiten zur Problemlösung verbessert. Studien zeigen auch, dass das Üben von Mathematik die Ermittlungsfähigkeiten, den Einfallsreichtum und die Kreativität verbessert. Auch ist Mathe vor allem wichtig, weil es eine wichtige Rolle für das Verständnis der Inhalte anderer Schulfächer wie Naturwissenschaften, Sozialkunde und sogar Musik und Kunst spielt.

In anderen Naturwissenschaften, wie Biologie, Chemie oder Physik, entwickelt man seine Fähigkeit, Fragen zu stellen, Informationen zu sammeln, seine Ideen zu organisieren und zu testen, Probleme zu lösen und das Gelernte anzuwenden. Man hat auch ein besseres Verständnis über die Welt um sich herum. Das Erlernen von Naturwissenschaften weckt Neugier und Entdeckungsgeist, das wird dann nötig für die Entwicklung von Technologie.

Gesellschaftswissenschaften, wie Geographie, Geschichte oder Philosophie, sorgen für ein besseres Verständnis über die Welt und unterschiedliche Kulturen und dadurch für eine Entwicklung von Empathie. Sie helfen, zukünftige Politiker auszubilden und vorzubereiten und sind ein wichtiges Mittel zur Entwicklung von kritischen Fähigkeiten, wie zum Beispiel der Verwendung von Beweisen, Recherche, Argumentation, Schreiben, Sprechen, Zuhören, Rechnen sowie Datenerfassung und -analyse. Geschichte ist besonders wichtig, sodass man verhindert, dass die Fehler aus der Vergangenheit wiederholt werden.

In Deutsch entwickelt man grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten, einschließlich Leseverständnis, phonemisches Bewusstsein, Selbstausdruck und Geschichtenerzählen. Deutschunterricht steigert das Einfühlungsvermögen und bietet eine neue Perspektive auf die menschliche Erfahrung. Er hilft dabei, die Anstrengungen zu würdigen, die mit dem Schreiben verbunden sind.

Kunstgattungen verbessern das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl, da es keine falschen oder richtigen Antworten gibt. Sie bringen den Schülern bei, wie man mit kritischem Feedback umgeht und sich dadurch verbessert. Kunstgattungen fördern die Entwicklung der Kreativität und Empathie und schaffen auch ein Gemeinschaftsgefühl. Studien zeigen auch, dass Schüler, die sich an Kunst, Musik, Theater oder Tanz beteiligen, bessere Erfolgsaussichten in der Schule und ein geringeres Risiko, Drogen und Alkohol zu nehmen, haben.

Und die profilgebundenen Fächer, obwohl man sie nicht immer mag, tragen zu einem besseren Verständnis über den Leistungskurs bei. Wenn man zum Beispiel im Biologie Profil ist, hat man Chemie und Mathe als profilgebundene Fächer, weil Chemie wichtig für das Verständnis über die biochemischen Themen der Biologie ist und Mathe allgemein wichtig für das Verständnis von Naturwissenschaften.

Jetzt können wir unsere ursprüngliche Frage beantworten. Zusammengefasst können wir sagen, dass die Informationen, die wir lernen, nicht unbedingt wichtig sind. Allerdings ist es trotzdem wichtig, sie zu lernen, weil dadurch Kompetenzen und Fähigkeiten, die wichtig für das Leben sind, entwickelt werden.

 

Quellen

Ganz schön leer im Meer: Das Problem der Überfischung

Ein Drittel unserer Meere ist überfischt, so die Tierschutzorganisation „WWF“. Was erst nicht so viel erscheint, hat leider deutliche Auswirkungen auf die Erde und unser Leben. Die stark überfischten Gebiete sind meist Gebiete, in denen die Fischarten leben, die später bei uns auf dem Teller landen. Dies nimmt teilweise solche Ausmaße an, dass manche Fischarten vom Aussterben bedroht oder gar ausgestorben sind. So muss man sich vorstellen, dass es schon in ein paar Jahrzehnten kaum noch Fische geben wird.

 

Der Mensch isst gerne Fisch und dies nicht einmal selten. So gab die Tierschutzorganisation „Peta“ an, dass im Durchschnitt ein Mensch 20,5 kg an Fisch pro Jahr zu sich nimmt. Der durchschnittliche Fisch hat ein Gewicht von 150 Gramm. So kann man errechnen, dass ein Mensch pro Jahr 136 Fische isst. Berechnet mit einer ungefähren Population der Welt von 8 Milliarden Menschen kommt man darauf, dass die Menschheit pro Jahr 1.088 Milliarden Fische isst. Dies ist deutlich zu viel und kann gravierende Auswirkungen auf das Leben auf unserem Planeten haben.

Nehmen wir Mal den „Kabeljau“ als Beispiel. Der 50 bis 60 Zentimeter lange Kabeljau oder auch Dorsch genannt, kommt hauptsächlich rund um Norwegen und Island im Nordostatlantik vor. Es gibt aber auch andere Arten des Dorsch, wie zum Beispiel den Pazifischen Kabeljau, den man im japanischen Meer antreffen kann. Der Kabeljau gilt als stark überfischt. So nimmt sein Bestand seit 1990 ab. Dies ist eine Folge unseres erhöhten Fischkonsums. WWF gibt an, dass die Menschheit in den letzten 50 Jahren ihren Fischkonsum verdoppelt hat. An dieser Stelle muss man aber auch erwähnen, dass wir in den 1970ern nur halb so viele Menschen auf der Erde waren wie heute. Somit hat der Fischbedarf pro Kopf nicht unbedingt zugenommen, sondern nur die Anzahl der Menschen, die Fisch essen.

Ist also doch alles gut? Nein, obwohl es keinen Anstieg im Konsum pro Kopf gibt, kann man nicht leugnen, dass es dennoch einen enormen Anstieg am allgemeinen Fischkonsum und an Fischerei gibt. Es werden immer noch doppelt so viele Fische gefangen wie vor 50 Jahren und die Population der Fische nimmt ab. So stellt sich die Frage, ob man überhaupt noch Fisch essen oder zumindest seinen Konsum senken sollte.

Wenn es nach den Unternehmen ginge, die Fischfang betreiben, sollte man dies natürlich nicht tun. Ein Unternehmen, das Fische in Supermärkten und im Online-Handel verkauft, ist die “Deutsche See GmbH“. Sie ist einer der größten Betriebe wenn es um den Fischhandel in Deutschland geht. Zum Thema Nachhaltigkeit und Überfischung schreiben sie auf ihrer Website: „Deutsche See hat das Ziel, eine nachhaltige Fisch-Einkaufspolitik zu betreiben. Aus diesem Grund suchen wir konsequent Alternativen für Fischarten, die nach wissenschaftlichen Befunden stark gefährdet sind. Wir setzen uns intensiv mit den Einkaufsquellen und den jeweiligen Situationen vor Ort auseinander“. Wenn man dies liest könnte man denken, dass sich die GmbH um stark überfischte und vom Aussterben bedrohte Tierarten kümmert. Doch stimmt dies?

Quelle: Jesper Nagel

Wenn man sich ihren Onlineshop ansieht, erkennt man schnell, dass es eine große Auswahl gibt. Ein Beispiel sind die Makrelen, deren Population in den letzten 50 Jahren um 74% abgenommen hat. Sie sind stark überfischt. Ein weiteres Beispiel ist der Thunfisch. Er ist ebenfalls stark überfischt und die meisten seiner Unterarten sind vom Aussterben bedroht.

Doch es gibt auch Fischarten bei denen die Deutsche See GmbH hilft sie am Leben zu erhalten. So unterstützt die Firma die „Vereinigung zur Rettung der Störe“, die „Initiative zur Förderung des europäischen Aals“. Beide Tierarten sind stark vom Aussterben bedroht. Die Population des Aals hat in den letzten 40 Jahren um 99% abgenommen. Da stellen sich mir die Fragen: Wie weit muss eine Spezies verdrängt und ausgerottet werden, damit ein großer Konzern sich um ihre Erhaltung kümmert? Und ist es in Ordnung, wenn man selbst an dieser Ausrottung teilhat, bis es schon fast zu spät ist und man die Fische retten muss? Man muss bedenken, dass große Konzerne selbst nichts davon haben, wenn sie ihre eigenen Quellen zerstören.

So kommt es immer mal wieder zu Verordnungen und Verträgen, die das Fischen von stark überfischten Arten vermindern sollen. In Europa kommen diese meist von der Europäischen Union (EU), die aber selbst der größte Fischimporteur weltweit ist. Dabei stammt die Hälfte der Importe aus Entwicklungsländern. Die paar Verordnungen, die es gibt, werden auch von den legalen Firmen und Institutionen eingehalten. Doch es gibt auch illegale Fischerei. Diese illegalen Fischer scheren sich nicht um die Verbote und fischen dennoch die vom Aussterben bedrohten Bestände.

Dabei wird vor allem eine Methode benutzt, die auch in der legalen Fischerei Nutzen findet. Die Fischerei mit Schleppnetzen. Schleppnetze sind gigantische Netze, die an einen Kutter oder an ein anderes Boot gehangen werden. In ihren unteren Rand sind Gewichte eingenäht, die auf den Grund sinken. Es spannt sich somit ein Netz zwischen Boot und Meeresgrund. Das Boot fährt nun weiter und schleift das Netz mit den Gewichten hinter sich her. Dabei wird jedes Lebewesen, was sich im Weg des Bootes befindet, mit dem Netz eingefangen und die Gewichte zerstören zusätzlich noch den Grund des Meeres, der das Zuhause vieler Lebewesen ist. Die versehentlich mitgefangenen Tiere werden wieder zurück ins Meer geschmissen. Dabei ist es egal, in welchem Zustand sie sind.

Dies ähnelt ein wenig der Jagd auf Haie. Haifinnensuppe wird in vielen Teilen der Welt als Delikatesse angesehen, somit kann man mit den teuren Haifinnen gut handeln und viel Geld verdienen. Die Haie werden mit Netzen gefangen und an Bord geholt, um ihnen dann die Finnen abzuschneiden und sie wieder ins Meer zu werfen. Wenn die Haie Glück haben kommen andere Haie und fressen sie. Wenn sie Pech haben verbluten und verwesen die Haie langsam. Nimmt man einem Hai seine Finne, nimmt man ihm die Orientierung und somit kann der Hai nicht mehr wirklich weiter leben. Der Handel mit Haifinnen ist bisher nur in wenigen Ländern, wie Großbritannien, verboten. Die EU importiert jährlich 2.300 Haifinnen.

Quelle: pixabay.com

Eine Alternative zu großen Schleppnetzen sind Aquakulturen. Diese Art der Zucht und Beschaffung von Fischen ist vor allem in Norwegen zu finden. Bei ihr werden Fische einer Sorte in kleinen Käfigen im Wasser eingesperrt. In diesen vermehren sie sich und wachsen heran, bis sie letztendlich weiterverarbeitet werden und bei uns auf dem Teller landen. Zwar ist die Methode besser, als das Fischen mit Schleppnetzen, aber dennoch ist es nicht fehlerfrei. Die Aquakulturen sind nichts anderes als eine Massenzucht. Bricht dort ein Parasit aus, kann dieser sich gut vermehren und die Fische können sich aufgrund des eingeschränkten Raumes nicht wirklich wehren.

Viele große Firmen setzen auf Aquakulturen, da sie etwas nachhaltiger sind als andere Arten der Fischerei. So schreibt die Deutsche See GmbH auf ihrer Website: „Darüber hinaus haben wir den Anteil an Fischen und Meeresfrüchten aus Aquakultur in unserem Sortiment in den vergangenen Jahren nahezu verdreifacht“.

Doch es gibt auch Fischfarmen, die wirklich nachhaltig sind und auf das Wohl der Fische achten. Diese Farmen werden dann vom Aquaculture Stewardship Council (ASC) geprüft und wenn sie von dem ASC als nachhaltig eingestuft werden, wird damit dann auch ordentlich geworben und das Siegel des ASCs befindet sich ganz vorne auf der Verpackung. Wie schade nur, dass ein Reportage 2016 aufzeigte, dass es in den vom ASC als nachhaltig empfundenen Farmen zum Einsatz von Genfutter und zusätzlichen Hormonen kommt. Ebenfalls wurde herausgefunden, dass viele Fische lange Transportwege zu den Farmen zurücklegen mussten. Nachhaltigkeit geht anders. Dennoch rüsten sich Firmen mit dem ASC-Siegel und werben mit Nachhaltigkeit, ohne nachhaltig zu sein. So auch die Deutsche See GmbH, die eine Menge Fische im Sortiment hat, die das Siegel tragen.

Die Fischindustrie besteht aus einem Haufen von profitgeilen Lügnern, die einem Nachhaltigkeit und Fischwohl vorgaukeln. Dabei vergessen die großen Konzerne, die Firmen, die Fischfang betreiben, und die Institutionen wie die EU, dass am Ende alle Menschen an der Überfischung und dem Artensterben leiden. Nehmen wir an, dass die am weitesten verbreiteten Fischarten aussterben. Neben uns Menschen verlieren auch andere größere Fische ihre Nahrungsquelle, die sie teilweise zum Überleben brauchen. Es entsteht ein Teufelskreis, bei dem die nächste Fischart ausstirbt. Dies geht solange weiter, bis es sich wieder einfädelt oder bis der Großteil der Fische ausgestorben ist. Wir fischen wortwörtlich unsere Zukunft weg.

Quelle: pixabay.com

Ich habe meine Bedenken in einer E-Mail formuliert und der Deutschen See GmbH folgende Fragen gestellt:

„Sie unterstützen die Förderung zur Erhaltung des europäischen Aals, dessen Population in den letzten 40 Jahren einen Rückgang von 99% hatte. Währenddessen unterstützen sie auch den Vertrieb von stark überfischten Tierarten, wie Makrelen oder Thunfische. Wie weit muss eine Fischart ausgerottet werden, dass ein großer Konzern (wie sie) sich um ihre Erhaltung kümmert. Und finden sie es in Ordnung, dass sie an der Ausrottung von Fischarten teilhaben, bis einem nichts mehr anderes übrig bleibt als sie zu retten?“

Doch kommen wir zur generellen Firmenpolitik der Deutschen See GmbH. Das Unternehmen ist Teil der PP Group, einer Gruppe aus Fischunternehmen unter der Führung des niederländischen Fischunternehmens „Parlevliet & Van der Plas“. Diese Gruppe arbeitet eng mit dem Bundesverband der Fischindustrie zusammen. Dieser Verband achtet ausschließlich auf die wirtschaftlichen Aspekte des Fischhandels und lässt die Nachhaltigkeit komplett außen vor. Auch hier habe ich eine E-Mail mit Nachfragen hingeschickt:

„Ihre Organisation bezieht sich hauptsächlich auf die wirtschaftlichen Aspekte der Fischindustrie. Dabei werden die Meere stark überfischt und Tierarten sind deswegen vom Aussterben bedroht. Wie schätzen sie die Lage der Population der Meere ein? Und wie kann man die Artenvielfalt der Meere ihrer Meinung nach schützen?“

Die Deutsche See GmbH und der Bundesverband für Fischindustrie antworteten mir. Beide Antworten waren fast identisch. Sowie schickten mir beide einen Bericht der Food and Agriculture Organization of the United States (FAO) zum Thema Fischerei und Aquakulturen als Anhang. In diesem Bericht steht, dass 82,5% der gefischten Fische aus nachhaltigem Fischfang stammen. Hier stellt sich die Frage, wie die FAO Nachhaltigkeit definiert. Zählen Aquakulturen schon als nachhaltig oder ist es nur nachhaltig, wenn der Fisch aus keinem Massenfang oder keiner Massenzucht stammt? Ebenso meint die FAO, dass nur 35,5% der Fischbestände weltweit überfischt sind. Eine ähnliche Prozentangabe (31%) findet man auch auf der Website des Tierschutzverbandes WWF. Allerdings merkt der WWF an, dass 58% der Fischarten kurz vor der Grenze zur Überfischung stehen. In beiden E-Mails steht, dass die Medien es immer wieder als Neuigkeit herausstellen, dass die Meere leer seien und dass dies noch lange nicht so sei. Des Weiteren wurde ich auf die Internetseite „Fischbestände-online“ hingewiesen, auf der ich mich zur Population einzelner Fischarten informieren solle. Die Website gibt die Anzahl der Fischfänge einer Fischart pro Jahr an. Ein Beispiel dafür ist der europäische Kabeljau, der von der WWF und vom Bund für Natur und Umwelt Deutschland als überfischt angesehen wird. 2.422.000 Tonnen werden pro Jahr vom europäischen Kabeljau gefischt, doch Fischbestände-online stuft ihn als angemessen gefischt und als unternutzt ein. Die Fischerei würde es nicht schaffen, einen Fischbestand so zu dezimieren, dass er aussterben würde. Es würden dabei Kosten für die Fischer anfallen, die sie abschrecken, eine solche Fischart zu fischen. Dass die Meere leer werden würden, sei eine Mythe. Tatsächlich gibt es mehrere Tierarten, die aufgrund der Fischerei ausgestorben sind. So meint die WWF, dass der Überfischung schon 80 Süßwasserfischarten zum Opfer gefallen sind, darunter 16 im letzten Jahr. Und auch, dass Fischer aufgrund hoher Kosten vom Fischen mancher Arten ablassen, gilt nur für manche. Wie oben schon erwähnt, gibt es viele illegale Fischereien, die sich nicht um solche Verbote und Kosten scheren. Die Meere sind noch nicht leer, aber wir sind auf dem besten Weg, dies zu ändern.

Doch noch ist es nicht zu spät. Man kann etwas gegen die Überfischung, das Artensterben und die Konzerne unternehmen. Ob man weiter Fisch isst oder seinen Konsum herunterfährt, ist natürlich jedem selbst überlassen, doch sollte man im Hinterkopf behalten, aus welchen Bedingungen sein Essen stammt.

 

 

Hat das Spielen von Videospielen Auswirkungen auf die schulische Leistung?

Viele, die einen Computer oder eine PlayStation besitzen, haben von ihren Eltern sicherlich schon gehört, dass sie aufhören sollen, auf den Bildschirm zu starren, da sich dies negativ auf die eigene Gesundheit und auch auf die Schulnoten auswirken kann. Das Verbot solcher Spiele ist oft eine gängige Bestrafung, um die Noten zu verbessern, wenn letztere nicht das gewohnte Niveau erreichen. Daher stellt sich die Frage: Trifft das tatsächlich zu? Hat das Gaming einen nachteiligen Einfluss auf die schulischen Leistungen?

Eine neue Studie aus Australien behauptet das Gegenteil der gängigen Meinung. Laut dieser Studie kann das Spielen von Computerspielen sogar förderlich sein, da es sich positiv auf die kognitiven Fähigkeiten der Schüler auswirkt. Um in einem Spiel weiterzukommen, müssen Spieler häufig neue kreative Ansätze finden oder logisch kombinieren. Auch stärkt das Spielen den Durchhaltewillen und die Fähigkeit, nicht sofort aufzugeben, wenn man mal nicht weiterkommt. Dies sind extrem wichtige Eigenschaften, welche im späteren Berufsleben sehr gefragt sind. Es ist jedoch wichtig, zwischen Social Media und Online-Spielen zu unterscheiden, da Social Media eher einen negativen Einfluss ausübt. Deshalb kann man auch nicht festhalten, dass alle Videospiele hauptsächlich Vorteile besitzen –– es muss hier natürlich auf das Alter geachtet werden und auch die Art des Spiels hat große Relevanz bezüglich der Auswirkungen für den betroffenen Schüler.

Somit lässt sich feststellen, dass das Spielen von Videospielen und die Verschlechterung der schulischen Leistungen nicht zwangsläufig miteinander in Verbindung stehen. Dennoch kann dies nicht gänzlich ausgeschlossen werden, da exzessiver Konsum tatsächlich zu einer Verschlechterung führen kann. Oftmals sind allerdings andere Faktoren hierfür verantwortlich. Das Familienklima ist ein häufiger Auslöser für Probleme, die dann auf das Spielen geschoben werden. Bei einer schlechten Atmosphäre zu Hause fühlen sich Kinder oft emotional unter Druck gesetzt und können daher nicht die erwarteten Leistungen erbringen, was wiederum den Eltern Sorge bereitet. Dies führt zu einer Abwärtsspirale, die das eigentliche Problem nur noch verschlimmert.

Insofern lässt sich festhalten, dass es nicht fundiert wäre, das Videospiel als solches kategorisch als negativ zu einzustufen, ohne zumindest auf die Vorteile hinzuweisen. Die Art des Spiels und die Zeit, die in ein Spiel investiert wird, sind gleichwohl bedeutsame Faktoren bezüglich einer Schaden-Nutzen Analyse.

Wie in den meisten Fällen gilt: Die Menge macht das Gift!

Frau Korsch, wieso wollten Sie Vertrauenslehrerin werden?

Seit 2008 unterrichtet Katharina Korsch am Gymnasium Horn Deutsch und Sport. Seit dem Jahr 2024 ist sie mit 40,8% der Stimmen die neue Vertrauenslehrerin der Schule. Mit welcher Intention sie an die Sache herangeht und welche Ambitionen sie für das neue Amt hat, fragten wir sie in diesem Interview.

 

Seit wann sind Sie am Gymnasium Horn und welche Fächer unterrichten Sie?

Ich bin seit Mai 2008 am Gymnasium Horn und unterrichte Deutsch und Sport.

Seit dem neuen Jahr sind Sie Vertrauenslehrerin vom Gymnasium Horn. Sie haben die Wahl mit 40,8 Prozent der Stimmen gewonnen. Was denken Sie, warum Sie gewählt wurden?

lachend. Weil ich so ein lieber Mensch bin. Nein, ich weiß es nicht. Diese Frage gebe ich eigentlich lieber zurück. Warum junge Menschen mir vertrauen, können sie sich ja am besten selber beantworten. Ich würde mir selbst auch vertrauen und freue mich deswegen auch darüber, dass andere das auch tun.

Wieso haben Sie sich für das Amt der Vertrauenslehrerin aufstellen lassen?

Ich habe mich aufstellen lassen, weil ihr mich gefragt habt. Die erste Voraussetzung dafür, dass ich kandidiere, war, dass ich mich nicht selbst anbieten wollte. Ich finde es sinnvoller und netter, wenn Schüler selbst den Wunsch äußern, dass ich mich aufstellen lasse.

Warum finden Sie, dass Sie für das Amt geeignet sind?

Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen seit ungelogen über 30 Jahren fast täglich zusammen, also seitdem ich 19 Jahre alt bin. Ich habe schon so viele Kinder und Jugendliche in Kinder- und Jugendeinrichtungen betreut, dass ich ganz viele verschiedene Schicksale kennengelernt habe. Deswegen bin ich auch der Meinung, dass ich mich in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen gut einfühlen kann. Deshalb sehe ich mich da auch als geeignete Person.

Wo haben Sie denn vorher gearbeitet?

Einmal in einem Jugendfreizeitheim, das heißt die Bude in der Neuen Vahr Nord. Dann habe ich irgendwann im Freizeitheim Stackamp gearbeitet, was ein Brennpunkt ist. Es gab dort einen Sonderbereich, der Lückeprojekt hieß. Dort konnten junge Menschen leben zwischen zehn und fünfzehn leben, die dort hingekommen sind, weil sie zuhause niemand erwartet, weil sie kein Mittagessen vorfinden und sich eben generell nicht genug um sie gekümmert wird. Also habe ich mich um sie gekümmert. Der Job war fast noch fordernder als mein Beruf jetzt als Lehrerin, weil manche Menschen eben wirklich schlimme Schicksale mitgebracht haben. Das war auch erstmal begleitend zum Studium, weil ich mir natürlich auch mein Geld verdienen musste.

Dann haben Sie ja schon reichlich Erfahrungen mit Kindern. Was erwarten Sie denn von diesem Amt?

Eigentlich erwarte ich gar nichts. Ich bin einfach da, für alle die, die von mir etwas erwarten und sich mir öffnen möchten. Ich bin offen für alle, die ihre Probleme mit mir teilen möchten und dies nicht an anderer Stelle tun können.

Also haben Sie noch keine wirklichen Vorstellungen von dem, was da genau auf sie zukommt?

Nicht so wirklich. Ich habe mich schon einmal mit Frau Lührs zusammengesetzt, die mir auch direkt eine Broschüre zu dem Thema gegeben hat. Eine Erwartung ist, wo ich gerade über nachdenke, dass ich eng mit euch als Schülervertretung zusammenarbeiten werde. Ich gehe davon aus, dass wir in engem Kontakt sein werden und wir auch Projekte zusammen angehen können.

Meinen Sie, dass Sie die mit dem Amt verbundenen Aufgaben gut bewältigen können?

Ja.

Welche Erwartungen haben Sie dabei an sich selbst?

Meine Erwartung an mich selbst ist, den Schüler:innen gerecht zu werden. Natürlich auch in Punkten, wo das wirklich schwierig wird, weil es das System der Schule nicht so hergibt. Was ich mir als Aufgabe gesetzt habe, ist, mich für das Amt auch weiterzubilden. Ich werde nach Fortbildungen gucken, um das Amt so gut wie es geht ausführen zu können.

Was sind Ihre Ziele für das Jahr in Bezug auf Ihr neues Amt?

Die Fortbildungen sind ein Ziel von mir. Ein weiteres Ziel wäre, dafür zu sorgen, dass wir einen Raum bekommen, in dem wir uns ungestört mit Schüler:innen zurückziehen können, für ein Gespräch im Rahmen des Amtes. Darüber habe ich auch mit Frau Lührs gesprochen und wir waren uns einig, dass es so, wie es bisher ist, nicht gut ist. Der Glaskasten im Lehrerzimmer ist natürlich doof, weil man da für alle Lehrkräfte sichtbar ist. Der Horn Plus Raum wäre ein weitgehend ungenutzter Raum, der für die Zwecke sehr gut geeignet wäre.

Was wollen Sie in Ihrem Beruf als Lehrerin dieses Jahr anders machen als letztes Jahr?

Neujahrsvorsätze habe ich eigentlich nie. Ich bin mit meinem Leben wirklich zufrieden. Wenn mal Probleme auftreten, gehe ich sie direkt an. Ich kenne auch meine Schwächen.

Was sind denn Ihre Schwächen?

Meine Schwäche ist zum Beispiel, dass ich im Unterricht zu viel außerhalb vom Thema rede. Und dass ich mich immer selbst ablenke. Ich kann mir gut vorstellen, dass man mir früher, wenn es das damals schon gegeben hätte, ADHS oder ähnliches diagnostiziert hätte.

Was würden Sie am Gymnasium Horn verändern, wenn Sie es könnten?

Ich würde damit anfangen, den Unterricht später beginnen zu lassen. Dann würde ich gerne Lerninseln einführen. Das bedeutet, dass sich Kinder und Jugendliche zu gemeinsamen Themen in verschiedene Räumlichkeiten zurückziehen können und zusammen an Projekten arbeiten können.

Das sind aber leider Dinge, die sehr schwierig umzusetzen wären und wofür auch das Geld fehlt. Ich rede normalerweise nicht so gerne darüber, was ich in der Theorie verändern wollen würde, sondern ich versuche eigentlich immer, in dem Rahmen zu handeln, der vorgegeben wurde und ihn so weit auszudehnen, wie es geht.

Was sind denn Beispiele dessen, was Sie jetzt bereits tun?

Was ich gerne mache, ist im Deutschunterricht anstatt von schriftlichen Klassenarbeiten eher auf Arbeitsersatzleistungen zurückzugreifen, weil ich finde, dass manche in dieser schriftlichen Form versagen. Dann ist es nett, wenn sie ein Format finden, in dem sie auch mal glänzen können. Das heißt gar nicht, dass sie das schriftliche nicht lernen sollen, aber da gibt es auch andere Zeitpunkte für. Beispiele für solche Arbeiten sind, einen Film zu drehen oder ein Lesetagebuch zu erstellen. Das sind Maßnahmen, die man im Deutschunterricht gut umsetzen kann.

Wie haben Sie sich auf das Amt vorbereitet?

Noch gar nicht, bis auf das Gespräch mit Frau Lührs.

Mit welchen Themen kann man sich an Sie wenden?

Ich glaube mit allen Themen, wenn man möchte. So sehe ich mich als Vertrauenslehrerin. Was das Schulische betrifft sowieso: Wenn es Probleme zwischen Schüler:innen untereinander gibt oder welche zwischen Schüler:innen und Lehrer:innen. Aber auch wenn es mal etwas Privates ist. Da sehe ich mich sogar noch ein bisschen mehr, weil ich immer denke, dass ich da ein gutes Glied bin, wenn man nicht alles mit seine:r Klassenlehrer:in oder Fachlehrer:in besprechen möchte. Und vor allem auch wer seine Probleme nicht mit den Eltern besprechen möchte, kann gerne zu mir kommen.

Ich bin zwar keine Psychologin, aber ich bin davon überzeugt, dass ich Kinder und Jugendliche in ihrem emotionalen Durcheinander gut betreuen kann.

Denken Sie, dass Sie bei allen Problemen selbst helfen können?

Nein, das wird ja nie so sein. Wenn ich aber ein Problem nicht bewältigen kann, dann verweise ich auf andere Stellen, die dafür gut geeignet sind. Dafür gibt es auch klare Richtlinien, was ich zu tun habe, wenn bestimmte Fälle auftreten. Wenn etwas beispielsweise in Richtung Suizid geht, dann ist der rechtliche Rahmen, dass ich das melden muss.

Wo findet man Sie und wie kann man Sie erreichen?

Man findet mich immer hier in der Schule außer montags im Moment. Erreichen kann man mich über itslearning. Das heißt nicht, dass ich alle fünf Minuten auf itslearning gucke, aber wenn man mich erreichen möchte, dann findet man mich.

Vielen Dank für das Interview.

 

 

Herr Wolpmann, wieso wollten Sie Vertrauenslehrer werden?

Seit 2017 unterrichtet Tim Wolpmann am Gymnasium Horn Physik und Biologie. Seit dem Jahr 2024 ist er mit 51,5% der Stimmen der neue Vertrauenslehrer der Schule. Mit welcher Intention er an die Sache herangeht und welche Ambitionen er für das neue Amt hat, fragten wir ihn in diesem Interview.

 

Seit wann sind Sie an der Schule und welche Fächer unterrichten Sie?

Ich bin seit 2017 am Gymnasium Horn. Ich habe hier damals als Vertretungslehrkraft begonnen und anschließend mein Referendariat absolviert. Seit 2019 bin ich reguläre Lehrkraft. Ich unterrichte Physik, Biologie und auch Digitale Medien.

Nun sind Sie seit dem neuen Jahr Vertrauenslehrer und wurden von 51,5 Prozent der Schülerschaft gewählt. Was denken Sie, warum Sie gewählt wurden?

Mir ist es wichtig, Schüler/innen auf Augenhöhe zu begegnen. Ich glaube, dass ich dadurch in der Vergangenheit immer ein ganz gutes Verhältnis zu meinen Schüler/innen hatte. Ich könnte mir vorstellen, dass dadurch viele Vertrauen zu mir haben.

Wieso haben Sie sich denn als Vertrauenslehrer aufstellen lassen?

Die Schülerschaft ist auf mich zugekommen und hat mich für diese Aufgabe vorgeschlagen. Ich weiß nicht, ob ich mich beworben hätte, wenn das nicht der Fall gewesen wäre. Ich habe mich dann aufstellen lassen, weil ich die Aufgabe des Vertrauenslehrers als sehr wichtig einschätze. Es ist wichtig, dass die Schüler/innen eine Person haben, mit der sie vertrauensvoll reden können. Und ich finde die Aufgabe auch einfach interessant.

Warum finden Sie, dass Sie für das Amt geeignet sind?

Ob ich das tatsächlich bin, müssen andere beurteilen. Aber ich denke, dass ich ganz empathisch mit Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern kommunizieren kann und mich für das Wohl der Schüler/innen engagiere. In vergangenen Konfliktsituationen, die ich miterlebt habe, konnte ich betroffenen Schüler/innen eigentlich immer ganz gut helfen. Ich denke, dass ich für viele Problemsituationen Lösungsstrategien kenne.

Was erwarten Sie denn von dem Amt oder welche Vorstellungen haben Sie?

Ich denke, dass das Amt mit vielen verschiedenen Aufgaben verbunden ist. In erster Linie gehe ich davon aus, dass sich Schüler/innen mit persönlichen Problemen an mich bzw. uns wenden. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass es hierbei um Probleme mit Mitschüler/innen oder auch Lehrkräften geht. Hier bieten wir Vertrauenslehrkräfte einen geschützten, vertrauensvollen Raum an, wo alle Schüler/innen frei reden und ihre Sorgen loswerden können. Das Amt ist mit einer Schweigepflicht verbunden. Sensible Informationen, die uns im Rahmen unseres Amtes anvertraut werden, geben wir also nicht ohne Zustimmung der betroffenen Personen weiter.

Haben Sie als Vertrauenslehrer Ziele für das neue Jahr?

Ein Ziel, das ich immer habe, ist persönliche Weiterentwicklung. Ich habe die Hoffnung, dass ich im Rahmen dieser neuen Aufgabe mit Situationen konfrontiert werde, von denen ich für die Zukunft lernen kann.

Gibt es etwas, das Sie dieses Jahr als Lehrkraft anders machen wollen als letztes Jahr?

Ich habe mir selbst langfristige Ziele gesetzt, die ich als Lehrer erreichen möchte. Ich habe z.B. eine Vorstellung davon, wie guter Unterricht aussieht. Den damit verbundenen eigenen Ansprüchen versuche ich einfach gerecht zu werden. Daran arbeite ich.

Was sind diese Vorstellungen oder Erwartungen an sich selbst?

Ich möchte zeitgemäßen und innovativen Unterricht machen. Dafür muss man sicherlich mit der Zeit gehen und auch Möglichkeiten der voranschreitenden Digitalisierung ergreifen.

Was würden Sie gerne an der Schule verändern, wenn Sie könnten?

Das ist eine komplexe Fragestellung, über die man lange diskutieren kann.

Ich empfinde es auf jeden Fall als sehr problematisch, dass unsere Klassen viel zu groß sind. Mich persönlich frustriert es, dass ich viele Schüler/innen gar nicht so individuell fördern kann, wie ich gerne würde. Ich würde gerne viel mehr auf die Bedürfnisse einzelner Schüler/innen eingehen können. Und in großen Klassen ist die Lernatmosphäre sicherlich auch immer schlechter als in kleinen Klassen.

Ich denke grundsätzlich auch, dass das gesamte Bildungssystem überarbeitet werden muss. Es geht im Kern zu wenig um individuelle Förderung.

Schlussendlich kann man aber nur im Bereich der eigenen Handlungsmöglichkeiten agieren. Mir ist schon klar, dass viele notwendige Veränderungen in der Realität schwer umsetzbar sind. Daher sollte jeder das Beste aus der Situation machen.

Wie helfen Ihre Erfahrungen als Tutor im Amt des Vertrauenslehrers?

In meiner Tätigkeit als Tutor/Klassenlehrer arbeite ich selbstverständlich auch vertrauensvoll mit Schüler/innen zusammen und war dadurch auch schon mit einigen Problemsituationen konfrontiert. Die dabei gesammelten Erfahrungen kann ich sicherlich mit in das Amt des Vertrauenslehrers einbringen.

Wie haben Sie sich auf das Amt vorbereitet?

Ich denke, dass ich für viele Problemsituationen bereits Lösungsstrategien kenne und Schüler/innen gut helfen kann. Dennoch gibt es natürlich Situationen, mit denen ich bisher selbst wenig Berührungspunkte hatte und mich über bewährte Lösungswege informieren muss. Zu diesem Anlass bilde ich mich entsprechend fort.

Mit welchen Problemen wendet man sich aus Ihrer Sicht an Vertrauenslehrer?

Mit sämtlichen Problemen, über die man sprechen möchte und ggf. selbst keine Lösung findet. Ein paar Beispiele:

  • Man hat ein privates Problem im familiären Bereich.
  • Man hat ein Problem mit Mitschüler/innen.
  • Man erkennt bei Mitschüler/innen eine problematische Situation und weiß nicht, wie man helfen kann.
  • Man hat ein Problem mit Lehrkräften.

In all diesen Situationen kann man das Gespräch mit uns Vertrauenslehrkräften suchen. Wir bieten, wie bereits erwähnt, für jede Art von Problem einen geschützten, vertrauensvollen Raum an, wo alle Schüler/innen frei reden und ihre Sorgen loswerden können.

Wo findet man Sie und wie kann man Sie erreichen?

Am besten kontaktiert man mich auf itslearning. Ich antworte in der Regel immer sehr schnell. Ansonsten bin ich in Freistunden häufig in der Physiksammlung – also dort, wo auch meine iPad-Sprechstunde stattfindet.

Vielen Dank für das Interview.

 

 

Kleben und kleben lassen?

Jeder kennt sie, denn kaum jemand vor ihnen wurde allein durch Sekundenkleber verurteilt. Die letzte Generation ist für ihre Proteste durch Straßenblockaden oder das Beschmieren öffentlicher Kulturgüter bekannt. Das Bündnis aus deutschen und österreichischen Klimaaktivisten wurde erstmals durch die BILD-Zeitung als „Klimakleber“ abgestempelt – ein Name, der sich europaweit bewahren sollte. Wieso sind die Klimakleber jedoch problematisch? Kämpfen sie nicht etwa für einen guten Zweck?

Der Name der letzten Generation soll betonen, dass diese Generation die letzte ist, die gegen die Klimakrise noch etwas bewirken kann. Die letzte Generation führt ihre Proteste in Form von zivilem Ungehorsam aus. Vereinfacht gesagt: Sie wollen ihre Anliegen friedlich und gewaltlos an die Öffentlichkeit tragen. Darunter verstehen sie das Festkleben auf befahrenen Straßen oder Flughäfen, um den Verkehr zu blockieren. Darüber, ob solche Aktionen friedlich und nicht etwa terrorisierend gegenüber dem normalen Bürger sind, lässt sich streiten. Laut einer Umfrage empfindet nur ein Achtel der deutschen Bürger die Klebe-Aktionen der letzten Generation als gerechtfertigt. Die Klimakleber selbst äußerten, dass ihnen das Kleben keinen Spaß mache, jedoch erachten sie es als notwendig, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.

So fordert dieses Bündnis der Klimaaktivisten von der Regierung folgendes: das Einhalten des Pariser Übereinkommens und das 1,5-Grad-Ziel. Außerdem wünschen sich die Klimakleber die Gründung eines sogenannten „Gesellschaftsrats“.

Dieser Gesellschaftsrat soll sich an dem existierenden Bürgerrat orientieren und sich aus 160 Bürgern und Bürgerinnen zusammensetzen. Auf der Webseite der letzten Generation wird die Zusammensetzung folgendermaßen beschrieben: „Er setzt sich aus zufällig gelosten Menschen zusammen, die die Bevölkerung Deutschlands nach Kriterien wie Geschlecht, Alter, Bildungsabschluss und Migrationshintergrund widerspiegeln sollen.“

Ein derartiger Gesellschaftsrat würde einige neue Problematiken eröffnen. Der Soziologe Dieter Rucht spricht in einem Gastbeitrag in der Zeit von purem Idealismus. Deutschland sei ein souveräner Staat, wodurch die Ergebnisse des Gesellschaftsrats rasch abgelehnt werden könnten – er könnte rein gar nichts bewirken. Außerdem soll dieser Gesellschaftsrat aus der Kasse des Bundestags finanziert werden. Dadurch würde die Politik mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit großen Einfluss auf die Entscheidungen ausüben. Das Ziel von bürgerlicher Partizipation wäre verfehlt. Des Weiteren würden die meisten der ausgelosten Menschen die Teilnahme höchstwahrscheinlich ablehnen, weil sie bereits durch ihren Beruf und ihr Privatleben ausreichend um die Ohren haben. Nicht zu vergessen, dass 160 Bürger und Bürgerinnen nicht als repräsentativ für über 80 Millionen Menschen gelten können.

Eine einzige Klima-Klebe-Aktion nimmt mehrere Stunden in Anspruch, da die Polizei jedes Mal erscheinen muss. Dadurch wird auch der Verkehr sehr lange aufgehalten. Genervte Stimmen in den sozialen Medien und in der Gesellschaft fordern, dass die Klimakleber, einfach kleben gelassen werden sollen. Sie entscheiden sich dazu, sich festzukleben, dann müssen sie auch mit den Konsequenzen leben. Viele wissen nicht, dass die Polizei verpflichtet ist, die Klimakleber vor potenziellen Gefahren zu schützen. Zu solchen Gefahren zählen Angriffe, gesundheitliche Schäden durch extreme Temperaturen und das An- und Überfahren werden. Kleben lassen wäre demnach ordnungswidrig.

Vor rechtlichen Konsequenzen können die Klimakleber nicht geschützt werden. In Bayern folgt auf Straßenblockaden mehrtägige Präventivhaft. Allgemeingültig können wegen des Klebens sowohl Freiheitsstrafen als auch Geldstrafen verhängt werden.

Der Zweck der Klebe-Proteste ist selbstverständlich richtig, jedoch erreicht die letzte Generation das Gegenteil von einem stärkeren Umwelt- und Klimabewusstsein. Wer will sich denn noch für das Klima einsetzen, wenn die Aktivistenbündnisse sich entweder, wie Fridays for Future, an der Seite der Terroristengruppe der Hamas positionieren oder die Bürger während eines stressigen Arbeitstages durch Sekundenkleber belästigen? Eins steht fest: Klimaaktivismus geht anders, denn unsere Demokratie lässt sich nicht erpressen!

 

Aus dem Ozean ins Wohnzimmer

Fast alle von uns haben als Kind schon einmal eine Zahnarztpraxis besucht. Das war nicht gerade die angenehmste Erfahrung. Was jedoch immer aufheiterte, war das große Aquarium mit den bunten Fischen die schnell von links nach rechts schwammen. Begeistert hat man nach Dori und Nemo gesucht. Was man als Kind jedoch nicht weiß ist, dass es sich um wilde Tiere handelt. Wilde Tiere aus dem Ozean.

 

2020 gab es 2 Millionen Aquarien in deutschen Haushalten, Fische sind ein beliebtes Haustier. Sie sind schön, machen nicht viel Dreck und das Ansehen von Fischen soll angeblich einen positiven Effekt auf die Psyche haben.

Aber woher kommen unsere Fische eigentlich?

Oft wird von Nachzucht gesprochen, jedoch ist dies äußerst schwer nachzuverfolgen. Zudem können etwa 90% der Fische nicht einmal in Gefangenschaft vermehrt werden, zu diesen Fischen gehören einige der beliebtesten marinen Zierfische wie die Paletten-Doktorfische. Somit kommen diese Fische so gut wie immer aus dem Ozean, hauptsächlich von den Riffen vor Südostasien und aus einigen Inselnationen im Pazifischen und Indischen Ozean.

Gefangen werden die Fische dort mit Netzen in den Korallenriffen, jedoch sind viele scheu und verstecken sich im Riff. Alleine das Fangen mit dem Netz kann das Korallenriff beschädigen, jedoch kommen beim Fang auch Eisenstangen und Stöcke zum Einsatz, um die Verstecke aufzubrechen oder die Fische heraus zu treiben.

Eine weitere Methode ist die Fischerei durch Natriumcyanid, ein Salz der Blausäure, welches genutzt wird, um die Fische zu betäuben und das Fangen zu vereinfachen. Viele der Fische werden durch das Gift sofort getötet oder so sehr geschwächt, dass sie den weiteren Transport nicht überleben. Auch andere Organismen wie Korallen und andere Wirbellosen fallen dem Gift zum Opfer. Zudem stellt Natriumcyanid eine gesundheitliche Gefährdung für die Fischer dar, weshalb viele Länder den Fang mit Natriumcyanid verbieten. Das Gewinnpotential beim Handel mit marinen Zierfischen ist jedoch so hoch, dass dies kaum eine Rolle spielt. Der Umsatz liegt jährlich bei geschätzten 170 bis 280 Millionen Euro.

Zudem werden auch Arten gefangen, die nicht einmal Ansatzweise für die Haltung in Gefangenschaft geeignet sind, wie beispielsweise der Schwarzspitzen-Riffhai. Dieser ist einer der populärsten Haie für Aquarien, auch wenn seine Ansprüche extrem hoch sind und eine artgerechte Haltung in Gefangenschaft nicht möglich ist. Der Schwarzspitzen-Riffhai gehört zu den Arten, welche über keine aktive Atmung verfügen, weshalb die Tiere immer schwimmen müssen, um zu atmen. In Aquarien kann ein kleiner Fehler in der Strömungseinstellung diese Tiere töten. Zudem werden sie nur mit totem Fisch gefüttert, was sie anfälliger für Krankheiten macht. Eigentlich werden die Tiere in der Freiheit bis zu 40 Jahre alt, jedoch starben 2022 binnen 3 Monaten zwei dieser Haie im Münchener Tierpark Hellabrunn und im Karlsruher Naturkundemuseum. Beide waren weit unter 30 Jahre alt geworden.

Die meisten Tiere erreichen jedoch nicht einmal die Aquarien, ein Großteil stirbt während des Transports oder in Sammelstellen vor Ort. Der Fang der Fische hat somit eine große Auswirkung auf ihren Lebensraum sowie die Artenvielfalt.

Trotz der enormen Größe dieser Industrie, welche einen Jahreswert von 1,5 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet, wird sie kaum überwacht. Nur Seepferdchen und zwei Fischarten sind durch das CITES-Abkommen (Washingtoner Artenschutzübereinkommen) geschützt. Zudem fehlen jegliche Daten über die Auswirkung auf das Ökosystem, das Handelsvolumen und die betroffenen Spezies. Die Fische sind fast nie zurück zu verfolgen, da sehr viele Akteure an Fang, Lieferung und Vertrieb beschäftigt sind.

Die genauen Auswirkungen des künstlichen Entnehmens von Fischen und Wirbellosen aus den Korallenriffen ist auf Grund des Informationsmangels schwer festzustellen, jedoch lässt sich generell sagen, dass unsere Riffe durch den Klimawandel ohnehin in Gefahr sind.

Die Wasseroberfläche erhitzt sich in den letzten Jahren immer mehr, was zu Korallenbleiche und Übersäuerung der Meere führt. Auch die Überfischung ist ein massiver Faktor und wenn man beachtet, dass etwa 15 bis 30 Millionen Korallenfische pro Jahr in den Handel gelangen (Die Exemplare die innerhalb der Lieferkette sterben werden nicht erfasst) lässt sich der Effekt des marinen Zierfisch-Handels auf die Riffe schnell begreifen.

Jedes Mal wenn man ein Aquarium mit Korallenfischen sieht, sollte man sich darüber bewusst sein, woher diese Fische kommen und was ihre Haltung im Aquarium für die Riffe, Meere und Fischpopulationen bedeutet.

 

Quellen

Der Weg zum Überflieger

Jedes Jahr aufs Neue werden einige Schüler im Rathaus vom Bürgermeister wegen ihrer erfreulichen akademischen Leistungen geehrt. Diese Schüler haben das Sensationelle erreicht – ein 1,0-Abitur. Einige Abiturienten sammeln sogar beeindruckende 900 von 900 Punkten. Doch was haben diese Schüler anders gemacht als die breite Schülermasse?

In erster Linie wendeten diese Überflieger die idealen und effizientesten Lernmethoden an. Jedoch variieren diese von Person zu Person, da jeder Mensch auf seine individuelle Art lernt. Der Biochemiker Frederic Vester identifizierte in einer Studie vier verschiedene Lerntypen – der visuelle, der auditive, der haptische und der kognitive Lerntyp. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Visuelle Typen bevorzugen das Lernen durch Sehen, während der auditive Lerntyp durch Sprechen und Hören effektiver Informationen aufnehmen und verarbeiten kann. Menschen, die der haptischen Lernkategorie angehören, favorisieren das Lernen durch Fühlen und Anfassen. Der vierte Lerntyp, der kognitive, eignet sich neues Wissen am besten durch Lesen und Schreiben an. Wer seinen Lerntyp herausfinden möchte, der kann im Internet verschiedene Tests durchführen, beispielsweise auf der Webseite der Schülerhilfe.

Es gibt aber auch andere Gründe für herausragende Noten. So sind die Hausaufgaben wichtig, denn sie bieten den Schülern die Möglichkeit, das Gelernte anzuwenden. Außerdem werden die Hausaufgaben häufig in der nächsten Unterrichtsstunde besprochen, was natürlich den Vorteil hat, dass man seine Ergebnisse vorstellen und somit auch die mündliche Note verbessern kann. Die Mitarbeitsnote hängt jedoch auch stark von der Lehrkraft ab. Daher sollte man sich direkt gegen Anfang des Schuljahres aktiv am Unterrichtsgeschehen beteiligen. Das Sprichwort „Der erste Eindruck zählt“ trifft hier vollkommen zu. Des Weiteren kann es sich für die restliche Schulzeit als besonders hilfreich erweisen, wenn man die genauen Bewertungskriterien der Lehrkraft kennt und sich an diesen orientiert.

Zwei Drittel der 900 möglichen Abiturpunkte können die Schüler bereits in den zwei Jahren der Qualifikationsphase sammeln – es lohnt sich also, früh zu punkten. Deshalb sollte der Fokus beim Abitur primär auf der Q-Phase liegen. Auch die Wahl der Leistungskurse ist ausschlaggebend. Die 1,0-er-Abiturientin Laura Hooymann, eine bekannte Youtuberin, erklärte dazu folgendes: „Man sollte ganz einfach Leistungskurse wählen, die einem auch wirklich liegen und nicht etwa, weil sie besonders angesehen oder schwer sind.“ Selbst bei der Hochschulzulassung hätten die Universitäten nicht auf ihre Fächerkombination geachtet, sondern hauptsächlich auf ihren Notendurchschnitt.

Am wichtigsten ist jedoch eins: die Eigenmotivation. Wer selbst nicht gewillt ist, mehr Arbeit, Zeit und Mühe in die Schule zu investieren, dem helfen auch keine Tipps der Überflieger. Für ein Spitzenabitur sollte man sich hohe Ziele setzen und nicht aufgeben, nur weil es schwer wird. Aussagen wie „Dieses Fach liegt mir nicht“ sind hierbei besonders irreführend und schädlich. Durch eine solche negative Mentalität nimmt man sich bereits früh die Möglichkeit, sich Wissen anzueignen und an seine eigenen Grenzen zu kommen. Disziplin, Lernbereitschaft, Zeitmanagement und Verantwortungsbewusstsein ebnen den Weg zu einem 1,0-Abitur. Das hebt die Spitzenschüler nicht nur von der breiten Masse ab, sondern öffnet ihnen auch die Tür in eine spannende berufliche Zukunft.